Iserloy Wer mit dem Auto auf der Kreisstraße von Hockensberg nach Aschen­stedt unterwegs ist, sieht auf den Landflächen in Iserloy nur noch sieben statt früher neun Windräder. Wer zu Fuß unterwegs ist, der hört das Arbeiten der gewaltigen Presslufthämmer an den alten Betonfundamenten der bereits abgebauten Anlagen. Herwig Garms, Geschäftsführer der Windpark Iserloy GmbH, erläuterte die Mitte des Monats angefangenen Abrissarbeiten. Demnach werden vier der insgesamt fünf Windkraftanlagen durch leistungsfähigere ersetzt. De Fachbegriff ist „Repowering“.

Mehr Leistung

Die vier neuen Windräder V 112 bringen eine weitaus größere Windausbeute als die Vorgängermodelle. Zwar sinkt die Nabenhöhe von 100 Metern auf 94 Meter, dafür ist aber der Flügeldurchmesser 112 Meter groß. Es sind insgesamt 150 Meter von der Flügelspitze bis zum Boden. Zum Vergleich: die verbleibende eine Altanlage V 90 hat einen Flügeldurchmesser von 90 Metern. Die neuen Modelle können 3,3 Megawatt gegenüber zwei Megawatt der alten Windmühlen erzeugen. Dabei drehen sich die Windräder langsamer als die alten Modelle, nämlich mit 12,8 Umdrehungen pro Minute gegenüber 18 der Altmühlen. „Das sorgt für ein ruhigeres Bild in der Landschaft und auch für ein Stück mehr Akzeptanz“, ist sich Garms sicher.

Eine Anlage bedeutet eine Investition von 3,5 Mio. Euro. Eine Geldanlage, die sich erst nach rund 15 Jahren auszahlt. Der Zeitplan sieht den Abbau der vier Altanlagen bis Ende Oktober vor. Dann sollen auch die ersten beiden neuen Windanlagen fertig sein. Die beiden anderen Windmühlen kommen wegen Lieferengpässen erst 2016.

Die vier Anlagen mit der Typen-Bezeichnung V80 des dänischen Herstellers Vesta stammen aus den Jahren 2001 und 2002. Nun sollen sie ersetzt werden. Das hat mehrere Gründe. Ausgenommen davon ist die fünfte Mühle V90. Sie wurde erst 2009 aufgestellt. „Wir erhalten für die Nutzung der Anlagen 20 Jahre 9 Cent pro Kilowattstunde. Da bleiben für die Altanlagen nicht mehr so viele Jahre der gesicherten Förderung übrig. Nach den 20 Jahren gibt es nur noch 6 Cent“, so Garms.

Aber auch ein neues Ausschreibemodell, das ab 2017 laut der Novelle des Energieeinspeisegesetzes (EEG) gilt, ist der Grund für die Windparkmitglieder Herwig Garms, Johannes Sassen-Stolle, Friedel Koldeweyh, Friedrich Hollmann und Dierk Garms – jeder hält 20 Prozent des Windparks – jetzt zu handeln und nach den alten Vorgaben die vier Anlagen zu repowern.

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Mit dem neuen Ausschreibemodell soll das System der festen Einspeisevergütung ersetzt werden. „Würden wir bis 2017 warten, müssten wir entsprechende Gutachten und Baugenehmigungen sowie einen von uns bestimmten Preis für die Kilowattstunde vorlegen. Ist das Kontingent für das Jahr erschöpft, kann es passieren, das wir hinten runterkippen und unsere Auslagen umsonst waren“, betonte Garms.

Von dem neuen Modell werden nach Meinung von Garms nur noch die vier großen Energieversorger etwas haben. Auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes für die Windenergienutzung in der Gemeinde Dötlingen und damit Gesamthöhen von 200 Metern kommt für die Iserloyer zu spät. „Bislang ist der F-Plan nur für den Windpark Haidhäuser entsprechend geändert worden.“

Deshalb entschlossen sich die Mühlen-Eigner dazu, tätig zu werden, zumal letztmöglich 2015 gebrauchte Windkraftanlagen nach Polen verkauft werden können. „Polen lässt das Aufbauen der gebrauchten Anlagen nur noch in 2015 zu. Wir haben alle vier Windmühlen an polnische Betreiber verkauft. Die Windräder werden sich künftig in Stettin drehen“, so Garms.

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