GANDERKESEE Nicht jammern, sondern anpacken – so lautet die Devise des Hannoveraner Kriminologen Prof. Dr. Christian Pfeiffer. Als er am Donnerstagabend im Gymnasium Ganderkesee auf Einladung der Bürgerstiftungsinitiative über die Leistungskrise der Jungen referierte, nannte er klare Lösungsansätze.

Pointiert brachte Pfeiffer zunächst Forschungsergebnisse auf den Punkt: „Jede Stunde Fernsehen erhöht den Hüftumfang.“ Virtuelles Töten und Kämpfen am Computer berge vor allem für Jungen erhebliche Suchtgefahr.

Er erklärte, dass Mädchen im Kindergarten und anderen Bereichen durchschnittlich mehr Trost und Zuwendung erfahren als die Jungen. Zudem seien diese durch den Rollenverlust der Männer verunsichert und würden – salopp ausgedrückt – „rechts und links von den Mädchen überholt“. Die Flucht in virtuelle Welten liege daher bei Jungen nah.

Im Alter von zwölf bis 16 Jahren könnte sich die Sucht entwickeln – und genau da müsse man ansetzen und einen Gegenpol bieten: „Wer zum Beispiel mit Hobbys im realen Leben verankert ist und Anerkennung erfährt, ist weniger suchtgefährdet.“

Statt moralinsaurer Worte hält Pfeiffer fest: „Verbote bringen nichts. Man muss die Kinder an den Schulen zum Guten verführen.“ Um die Begeisterung der Kinder zu entfachen, brauche man Menschen mit Ideen, Zeit und Geld. Es gelte also, Schulen stark zu machen – „das schaffen sie nicht von allein“, so Pfeiffer. Hier kämen laut dem Kriminologen die Bürgerstiftungen ins Spiel.

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Als „Kraftzentren der Zivilgesellschaft“ könnten sie laut Pfeiffer für ein noch besseres Angebot sorgen. Damit meint der Kriminologe mit Leidenschaft gestaltete Schulfreizeitprogramme, bei denen der Funke auf die Kinder überspringt. Auch das könne die Bürgerstiftung, die gerade in Ganderkesee entsteht, anregen. Um auch gesetzlich als Stiftung anerkannt zu werden, müssen 50 000 Euro vorliegen – die sind in Ganderkesee noch nicht komplett. In diesem Sinn beendete Pfeiffer den Vortrag mit einem handfesten Tipp: „Wenn jedes Ganderkeseer Mitglied nur eine weitere Person aus seinem Umfeld für die Stiftung gewinnt, ist viel geschafft.“

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Evelyn Eveslage Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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