Landkreis /Wildeshausen /Amelhausen „Kanufahren eignet sich für alle Generationen“, sagt Kerstin Rohe und wirft einen Blick auf die gestapelten Kanadier. In Amelhausen (Gemeinde Großenkneten) betreibt sie einen Kanuverleih. Ab Freitag, 16. Juni, geht die Kanu-Saison wieder los – zumindest für die Strecke zwischen Wildeshausen und Astrup. Rohe findet es schön, dass Touristen und Besucher den Landkreis Oldenburg von der Hunte aus erkunden können. Trotzdem gilt es, Regeln zu beachten. Wo darf gepaddelt werden? Was ist dabei verboten? Die NWZ klärt auf.

Welche Strecken gibt es für Kanufahrer?

Die Streckenabschnitte teilen sich in die Obere Hunte (Hunteburg bis Barnstorf), in die Mittlere Hunte (Barnstorf bis Wildeshausen) und in die Untere Hunte (Wildeshausen bis Oldenburg). Alle Abschnitte sind insgesamt rund 105 Kilometer lang. Beim Kanuverleiher erhalten Paddler zusätzlich Karten, auf denen die Strecken abgebildet sowie Gaststätten, Rastplätze, Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten eingezeichnet sind.

Wann dürfen die Strecken befahren werden?

Zwischen Astrup und Oldenburg gibt es ganzjährig auf der Hunte keine Zeiteinschränkung. Der naturbelassene Abschnitt von Wildeshausen bis Astrup ist vom 1. April bis einschließlich 15. Juni gesperrt. Grund dafür ist die Brut- und Setzzeit. „Man würde sonst die Tiere aufscheuchen“, sagt Iris Gallmeister, stellvertretende Geschäftsführerin des Zweckverbandes Naturpark Wildeshauser Geest. Es handele sich bei der Strecke schließlich um einen „ökologisch wertvollen Abschnitt“, sagt sie. Vogelarten, wie der Eisvogel, sollen in dieser Zeit ungestört brüten können.

Welche Boote sind erlaubt?

Für die gesamte Paddelstrecke auf der Hunte gilt, dass keine motorisierten Boote gefahren werden dürfen. Zwischen Wildeshausen und Astrup gibt es bei den Kanus zusätzlich eine Größenvorgabe: Diese dürfen maximal sechs Meter lang und einen Meter breit sein. Seit 2000 herrsche zudem die Vorgabe, keine Flöße in diesem Abschnitt über die Hunte zu steuern, informiert Georg Schinnerer vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege des Landkreises Oldenburg. In der Vergangenheit sei es beispielsweise vorgekommen, dass die Flöße absichtlich in Böschungen gelenkt worden sind.

Welche Regeln herrschen auf dem Wasser?

Kerstin Rohe hat in der Vergangenheit erlebt, dass Paddler auf der Hunte „Party machen“. Dies hätte zur Folge gehabt, dass es zu laut war und Müll hinterlassen wurde. In solch einem Fall könne es vorkommen, dass Rohe oder andere Kanuverleiher die Feiernden auf das Fehlverhalten hinweisen. Im Notfall werde die Untere Naturschutzbehörde informiert – so weit komme es aber selten. Um eine Vermüllung zu vermeiden, gibt Rohe den Paddlern Müllbeutel mit, die an Land entsorgt werden können. Ebenso sei das „Wildcampen“, also das Campen an nicht dafür vorgesehenen Plätzen, verboten. Trotzdem gebe es immer mal wieder Menschen, die dieses Verbot ausreizen würden. Hinzu kämen Leute, die auf eigene Faust über die Hunte paddeln würden. „Sich vorher informieren“, lautet nach Kerstin Rohes Meinung die Devise. Die Paddler sollten zuvor in Erfahrung bringen, welche jeweiligen Regeln auf dem Wasser gelten.

Gibt es auf der Strecke sanitäre Anlagen?

Für die Sommersaison werden ab Freitag an verschiedenen Ein- und Ausstiegsplätzen Dixi-Toiletten aufgestellt, die regelmäßig gereinigt und geleert werden. „Die Toiletten werden von den Kanuverleihern, den Gemeinden und dem Zweckverband finanziert“, informiert Rohe.

Wo gibt es zusätzliche Informationen?

Die Karten, die in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest erstellt worden sind, können im Internet abgerufen werden. Ebenso sind dort Kanuverleiher aufgelistet.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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