Ostrittrum Bauamtsleiter Uwe Kläner nennt ihn einen „Gehilfen“: Schließlich hat der Wildeshauser Martin Bruns auf seinem Fahrrad die Straßen und Wege der Gemeinde Dötlingen und der umliegenden Orte genau im Blick – der ehemalige Polizist ist dafür bekannt, oft auf dem Fahrrad unterwegs zu sein. An der Rittrumer Straße in Ostrittrum missfiel ihm jedoch etwas: Ein Stück Grünstreifen ist offensichtlich „totgespritzt“ worden (wir berichteten). Wurde dort unerlaubt überpflügt? Die Gemeinde nahm am Freitag Maß.

Ein paar hundert Meter von der Abzweigung „Am Speelbrink“ entfernt in Fahrtrichtung Kirchhatten griffen Bauamtsleiter Kläner und Ostrittrums Bezirksvorsteher Axel Hollmann zum Maßband: 7,50 Meter einmal quer über die Fahrbahn, zwischen zwei Pfählen zur Begrenzung. Bruns hielt in der Mitte das Maßband fest. Kläner blickte sich um: Zwischen Begrenzungspfahl und den Äckern war jeweils noch auf beiden Seiten Grünfläche vorhanden. „Hier ist noch jeweils ein Meter Platz – die Landwirte haben hier nichts überpflügt“, stellte der Bauamtsleiter fest. „Ein normaler Bürger sieht so etwas nicht“, meinte Bruns.

„Das Thema ist nicht neu. Seit 30, 40 Jahren wird darauf geachtet, dass hier nichts überpflügt wird“, erklärte Bezirksvorsteher Hollmann. Sollte ein Landwirt doch einmal die Fläche übertreten, würden Ausgleichsmaßnahmen greifen. So beschrieb Kläner ein „Wege-Seiten-Konzept“ der Gemeinde: 100 Wege seien unter die Lupe genommen worden, davon sei an schätzungsweise 15 Wegen der zulässige Meter bei der Beackerung überschritten worden. „Gemeinsam mit den Landwirten entwickeln wir dann eine Lösung.“ Dies geschehe beispielsweise durch Aufforstung. An sechs Projekten werde derzeit noch gearbeitet: Ein Abschnitt, der auf einer Länge von circa drei Metern überpflügt worden sei, befinde sich ebenfalls an der Rittrumer Straße. Dort sollen zwischen fünf und acht Großbäume zum Ausgleich gepflanzt werden, erklärte Hollmann. Für Landwirte gelte: 60 Zentimeter Abstand halten, um die Wurzeln nicht zu beschädigen. Dass dies in Ausnahmefällen nicht immer funktioniert, wissen sowohl er als auch der Bauamtsleiter.

Wie der totgespritzte Grünstreifen zustande gekommen ist, darüber konnten die Anwesenden an dem Freitagmorgen nur mutmaßen. Bruns habe sich umgehört, erzählte er. Die GPS-gesteuerte Landwirtschaftsmaschine habe angeblich den zu bearbeitenden Acker verlassen und stattdessen auf dem Grünstreifen weitergespritzt.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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