Wildeshausen Wie arbeiten eigentlich Menschen mit Behinderungen? Darauf waren Mareke und Michael van Kampen neugierig, und deshalb machte sich das Wildeshauser Ehepaar am Sonnabend auf und fuhr mit seinen Kindern zu den Pro-Werkstätten Himmelsthür an den Westring. „Wenn wir schon solch eine Einrichtung bei uns in der Stadt haben und die Werkstätten sich öffnen, müssen wir das unterstützen“, sagte Michael van Kampen ohne Umschweife, als er am Stand mit Produkten aus den Werkstätten zwei Kaffeebecher kaufte.

Diese haben die Mitarbeiter zwar nicht selbst hergestellt, wurden aber zum Tag der offenen Tür extra ins Programm aufgenommen. Auf den Bechern steht das Motto des Tages: „Die Aussicht ist dunkel & hell“. Die behinderten Mitarbeiter der Pro-Werkstätten wollen so wahrgenommen und akzeptiert werden, wie sie sind.

Mit diesem Ansatz wollen die Pro-Werkstätten Himmelsthür künftig stärker auf sich aufmerksam machen. Der Tag der offenen Tür war nach Aussagen von Werkstättenleiter Uwe Böhnke ein erster Schritt für ein intensiveres Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Dazu hatte das Mitarbeiterteam allerlei auf die Beine gestellt, um das Publikum zu unterhalten. Behinderte und Nichtbehinderte musizierten zusammen. Jeder Besucher konnte die Stellwand bemalen, die demnächst vor den Pro-Werkstätten aufgestellt werden soll.

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Weitere Angebote: Die Polizei codierte Fahrräder, die Feuerwehr Düngstrup informierte an einem Löschfahrzeug, die Hundefreunde Cloppenburg demonstrierten den Umgang mit dem Vierbeiner und es durfte Kaminholz gespalten und gesägt werden. Selbstverständlich boten die Mitarbeiter auch Führungen durch die Werkstätten an, in denen die Beschäftigten auf Montage und Verpackung spezialisiert sind.

Die Schirmherrin, SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter, bezeichnete die Öffnung der Pro-Werkstätten Himmelsthür als einen wichtigen Schritt für die Zukunft. Die Werkstätten in Vechta, Cloppenburg und Altenoythe praktizierten das schon seit vielen Jahren. „Es ist erforderlich, dass Bürger und Firmen sehen, dass in den Behindertenwerkstätten gute Arbeit geleistet wird“, sagte sie der NWZ.

In Gesprächen mit Familienangehörigen habe Geuter am Sonnabend immer wieder gehört, wie wichtig es den Werkstatt-Beschäftigten sei, morgens aus dem Haus zu gehen und zur Arbeit zu fahren. Diese Beschäftigung ermögliche den Menschen mit Behinderungen Teilhabe an unserer Gesellschaft.

Nächstes Jahr wollen die Pro-Werkstätten wieder an die Öffentlichkeit gehen, kündigte Uwe Böhnke an. Es gebe auch Überlegungen für eine verstärkte Kooperation mit Schulen. Dass am Sonnabend nicht so viele Besucher gekommen sind wie erhofft, habe eventuell an den Ferien gelegen. Die Enttäuschung wollten andere Aktive nicht verhehlen. „Vielleicht trauen sich die Leute nicht her, weil sie Berührungsängste haben, wenn sie Behinderte treffen“, meinte Dennis Hagelmann von der Freiwilligen Feuerwehr Düngstrup.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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