HARPSTEDT Kindern wird mit dem Selbstverteidigungskonzept die Scheu genommen, in bedrohlichen Situationen um Hilfe zu bitten. Sie lernen aber auch Kampftechniken.

Von Steffen Szepanski HARPSTEDT - „Du haust ja wie ein Mädchen.“ Wer den Teilnehmerinnen des Wen Do-Kurses von Andrea Ney beim Trainieren zusieht, kann den flapsigen Spruch nur als Kompliment auffassen. Denn die können sich richtig wehren. In der Delmeschule lernen sie Techniken des Wen Do, einem Konzept zur Selbstverteidigung speziell für Frauen und Mädchen.

Und dazu gehört mehr als nur gezielte Tritte und Schläge. Andrea Ney, die nicht nur in den Ferien Selbstverteidigungskurse für Kinder anbietet, hat auch ungewöhnliche Übungen für die kleinen Kursteilnehmer parat. Sie geht etwa mit ihnen raus, um fremden Leuten Geld zu schenken. Und die Übung macht Sinn. Die Mädchen sollen ihre Scheu ablegen, in Notsituationen fremde Menschen um Hilfe zu bitten. Der Cent, den die Mädchen den fremden Menschen schenken – sie klingeln an fremden Haustüren – dient dabei nur dem Einstieg in ein Gespräch. Und dass es sich lohnen kann, um Hilfe zu bitten, merken die Mädchen auch schnell.

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„Zuerst hatte ich ein bisschen Angst“, berichtet Vanessa Neuhaus von der „Türklingel-Aktion“, „aber dann hat es Spaß gemacht, die Leute haben uns nämlich Bonbons und Kekse geschenkt.“ Die Siebenjährige ist noch nicht bedroht worden, weiß aber jetzt, was sie in einem solchen Fall macht. „Zu einem Haus hinrennen und klingeln.“

Aber auch wenn die Mädchen nicht die Möglichkeit dazu haben, wissen sie, was zu tun ist. Andrea Ney übt mit ihnen Techniken verschiedener Kampfsportarten, aus denen sich das in Kanada entwickelte Wen Do („Frauen in Bewegung“) zusammensetzt. Und dabei sind nicht nur Arme und Beine wichtig. Auch ein lauter Schrei kann Angreifer in die Flucht schlagen. Von Schüchternheit keine Spur mehr, lassen die Mädchen mit ihren Schreien die Wände wackeln.

„Wen Do ist etwas für Menschen, die kein breites Kreuz haben“, berichtet Andrea Ney über die Vorzüge der Sportart. „Techniken aus verschiedenen Kampfsportarten wechseln sich mit einem Verhal-

tenstraining ab.“ Außerdem gehe es nicht darum, die Beste zu sein oder einen Gürtel zu bekommen, sondern sich effektiv zu verteidigen.

Und das gegebenenfalls auch gegen knutschende Tanten. In einem Rollenspiel zeigt sie den Mädchen auch, wie man aufdringlichen Verwandten, ohne sie zu verletzen, Einhalt gebieten kann. Schließlich möchte nicht jeder zur Begrüßung auf Omas Geburtstag abgeknutscht werden.

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