Hude So ganz genau weiß es Dr. Peter-René Becker auch nicht. Bei den mehr als 2100 Jahre alten Figuren aus dem Wittemoor, die 1965 am Bohlenweg ausgegraben wurden, könnte es sich um Brückenheilige, Gottheiten oder auch Verkehrszeichen gehandelt haben. „Die Interpretationen sind vielfältig. Was stimmt, ist schwer zu sagen“, so der Direktor des Landesmuseums Natur und Mensch in Oldenburg. Dort stehen die aus der Eisenzeit stammenden hölzernen Originale – eine stark stilisierte männliche Gestalt, die 105 Zentimeter misst, und das 95 Zentimeter große weibliche Pendant. Ihre stählernen Nachbildungen sind seit Sonntag im Huder Rathaus-Park zu sehen.

Für Hude hält es Museumsdirektor Becker mit der Vorstellung, das Paar möge als Wegeheilige gedient haben: Schließlich flankiert es den Weg, der durch die Grünanlage führt – „meinen Segen haben Sie“, so Becker. Er weihte die Figuren am Nachmittag gemeinsam mit Bürgermeister Axel Jahnz und dem Vorstand der Touristik-Palette vor zahlreichen Schaulustigen mit einer humorvollen Rede ein. „Ist Hude prüde?“, schmunzelte der Museumsdirektor mit Blick auf die weibliche Gestalt, deren Figur im Original deutlich ausgeprägter zu erkennen sei.

Die Gemeinde Hude möchte das abstrakte Paar gerne touristisch nutzen – die Initiative dazu hatte Horst Linnemann gegeben. Die Einweihungsfeier bot im wahrsten Sinne des Wortes einen Vorgeschmack auf das, was möglich sein könnte: Andrea Spanhacke von „Leib und Seele“ hatte mit Buchweizen und Preiselbeeren eine leckere „Moorheiligen-Torte“ gebacken, die mit Keks-Figuren verziert war. Bürgermeister Axel Jahnz sieht in den Wegeheiligen eine Bereicherung fürs Ortsmarketing: „Sie könnten prägend werden.“

Museumsdirektor Dr. Becker sagte zu, einen entsprechenden Vorstoß der Gemeinde wohlwollend ans Ministerium weiterleiten zu wollen.

Nach der Einweihung nahm Becker neben Kutscher Günter Stolle auf einem Kremserwagen Platz und genoss eine Schnuppertour in den Klosterbezirk. Die Planwagen-Fahrt war Teil des ersten „Gästeführer-Aktionstages“ auf dem Huder Rathaus-Platz. Die Touristik-Palette präsentierte mit den Gästeführern Ausschnitte aus ihrem Programm an Führungen und Touren. Mitorganisatorin Martina Weisensee freute sich insgesamt über eine gute Resonanz.

Der Aktionstag begleitete die parallel stattfindenden „Huder Gartenerlebnisse“. An den insgesamt zwölf Stationen herrschte viel Betrieb. „Es war der Bär los“, bilanzierte beispielsweise Horst Stünkel. In Stünkels Gartenparadies in Kirchkimmen tummelten sich am Sonntag rund 200 Menschen – so ganz genau weiß Horst Stünkel das nicht.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 
Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.