WILDESHAUSEN Sie sind hoch konzentriert. Körper und Geist sind miteinander in Harmonie. Die Hektik des Alltags haben sie vergessen. Wenn Thi Dong Nguyen (70) und ihr Mann Thanh Que Le (75) allmorgendlich in der Hermann-Ehlers-Straße in Wildeshausen ihre Gymnastikübungen machen, lassen sie sich kaum aus der Ruhe bringen. Hin und wieder sehen die Nachbarn aber zu, wissen Hans-Ulrich Eilers und Jeffrey Mittenzwei, die sich in dem Viertel sehr engagieren.

Thanh Que Le und seine Frau kommen aus Thái Bình, einer 53 000-Einwohner-Stadt im Norden Vietnams. Sie sind drei Monate zu Gast bei ihrem Sohn Thanh Tam Le (40), seiner Frau Thi Kim Nhung Vu (37) und den Kindern Ngoc Khanh (7) und Thanh Tang (6). Es ist ihr erster Besuch in Deutschland. „Es gibt hier viele Bäume und die Straßen sind so sauber“, bemerkt die 70-jährige Vietnamesin, nach ihren ersten Eindrücken befragt. Thi Dong Nguyen hat früher in einem Bekleidungsgeschäft gearbeitet; ihr Mann war im Straßenbau beschäftigt. Für die Reise ins ferne Deutschland, das Land, in dem ihr Sohn seit 1991 lebt, haben sie lange gespart.

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Thanh Tam Le und seine Frau sind stolze Gastgeber. „Das Gemüse in Vietnam ist nicht so gut wie hier“, erzählt er. „Dort muss man immer vorsichtig sein.“ Die Familie hat sich in der Hermann-Ehlers-Straße einen kleinen Garten angelegt. Dort wird auch Gemüse aus der alten Heimat angebaut. Bei dem warmen Wetter steht zugleich viel Obst auf dem Tisch. Zum ersten Mal hätten ihre Großeltern Pommes frites gegessen, erzählt die kleine Ngoc Khanh, die in wenigen Tagen acht Jahre alt wird. „Ja, sie haben geschmeckt“, sagt die 70-jährige Großmutter, ohne eine Miene zu verziehen. Ngoc Khanh kann sich noch an die Vietnam-Reise vor drei Jahren erinnern: „Da habe ich meine Cousinen kennengelernt.“

Thanh Tam Le, der bis vor wenigen Monaten in der Geflügel-Zerlegung gearbeitet hat, zeigt seinen Eltern und den Kindern Bremen und Hamburg. „Dort haben wir einen Stadtbummel gemacht.“ Auch nach Berlin wollen die Gäste aus ­Vietnam gern reisen. Es wird noch eine preisgünstige Übernachtungsmöglichkeit gesucht. Gemeinsam sieht sich die Familie im Fernsehen die Fußball-WM an. Ihren Sport, der stark der chinesischen Meditations- und Bewegungsform Qigong ähnelt, machen sie schon seit vielen Jahren, erzählt die agile Vietnamesin. Sie legt die Übungen auch den Deutschen ans Herz. Enkelin Ngoc Khanh dagegen mag es etwas flotter: Sie holt die CD „Tanzalarm“ her.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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