+++ Eilmeldung +++

Nach Lkw-Unfall
A1 bei Ahlhorn Richtung Bremen gesperrt

Wildeshausen Großer Bahnhof am Donnerstag auf dem Pestruper Gräberfeld: Im Zuge der neuen Naturschutzgebiet-Verordnung sowie der öffentlich gewordenen Kritik am Zustand der Heide fanden sich Georg Schinnerer und Eva-Maria Langfermann vom Landkreis Oldenburg sowie Regina Dörrie, Marco Johann, Jörn Schöttelndreier, Heiner Brüning und Rainer Städing vom Forstamt Ahlhorn zum Ortstermin mit Schäfer Detlef Helmers ein.

Moose und Gräser

Dabei waren sich die Experten von Landkreis und Forstamt von Beginn an einig, dass an der Beweidung in der jetzigen Form vorerst nichts geändert werden soll. Schäfer Helmers hatte unter anderem eine flexiblere und längere Beweidung angeregt, um den immer stärker auftretenden Gräsern Herr zu werden.

Rosengarten wird zum Wald

Zum zukünftigen Leitbild im Bereich Pestruper Gräberfeld/Rosengarten gehört auch, dass der Teilbereich Rosengarten als lichte Waldformation mit halboffenen Partien und markanten Baumformen entwickelt werden soll.

Die Nadelforstpartien in diesem Bereich sollen langfristig in Bestände aus Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft umgewandelt werden, Spätblühende Traubenkirschen sollen sich nicht weiter ausbreiten.

Eine Heidelandschaft kommt für dieses Areal laut Forstamt nicht in Betracht. Der Aufwand sei zu groß, das gebe der Standort nicht her.

Dem hielt Amtsleiterin Langfermann entgegen, dass die öffentlichen Ressourcen begrenzt seien und man mit der bisherigen Form der Beweidung seit 2007 sehr gute Ergebnisse erzielt habe.

Wie Schinnerer ausführte, sei der hier maßgebliche Lebensraumtyp „Trockene Sandheide“ 2009 von Experten der Landesforsten in drei Erhaltungszustände eingestuft worden: A (sehr gut): 32,5 Prozent, B (gut): 45,5 Prozent, C (zu verbessern, sofern möglich): 21,6 Prozent. Ziel sei es, die Fläche so zu pflegen, dass sie sich trotz negativer Umwelteinflüsse nicht verschlechtere, sondern möglichst verbessere.

„Wir haben hier jetzt schon leckeren Pudding, und reden nur noch über das Sahnehäubchen obendrauf“, machte Forstamtsexperte Schöttelndreier keinen Hehl aus seiner Begeisterung über den Zustand der Heide. Die aktuell stärkere Vergrasung sei zeitlich gesehen nur ein Wimpernschlag in den langfristigen Wellenbewegungen der Natur.

Wie Forstamtsleiterin Dörrie ergänzte, gelte der 2009 erstellte Erhaltungs- und Entwicklungsplan für das Gebiet bis 2018 und werde vor der anschließenden Fortschreibung einer gründlichen Überprüfung unterzogen. „Die aktuellen Vorschläge nehmen wir natürlich auf“, so Dörrie.

Weitere Luftaufnahmen aus der Region finden Sie auf MöwenBlick.de

Das verstärkte Auftreten von Gräsern habe eventuell auch mit dem Stickstoffeintrag zu tun. Während die Heide auf ungedüngte, arme Standorte angewiesen sei, habe man es auf dem Gräberfeld immer noch mit jährlichen Stickstoffeinträgen von circa 20 Kilogramm pro Hektar zu tun, ergänzte Städing.

Nicht mehr Schnucken

Eine Aufstockung der Zahl der Moorschnucken auf mehr als 150 ist laut Dörrie nicht empfehlenswert, weil es dann – so wie in früheren Zeiten – zu Beweidungsschäden komme. Da das Gebiet Grabungsschutzgebiet sei, kämen andere Maßnahmen wie Heideverjüngung und Abmagerung durch mechanisches Abplaggen oder ähnliches ebenfalls nicht in Frage.

Eine Neuheit hatte die Forstamtsleiterin dann aber doch noch im Gepäck: „Wir freuen uns riesig, den südlich angrenzenden, rund sieben Hektar großen Acker in den nächsten Jahren ans Gräberfeld anschließen zu können.“ Abgepuffert werden soll so auch der Nährstoffeintrag. Das bisher landwirtschaftlich genutzte Grundstück, das den Landesforsten gehört, werde schon seit längerem nicht mehr gedüngt, sondern ausgemagert und mit Früchten wie Möhren, Mais und Dinkel bestellt. „Auf 60 Prozent der Fläche ist Heide geplant, auf 40 Prozent der sehr seltene Borstgrasrasen“, so Schöttelndreier. Gras sei nicht gleich Gras, und so sei zum Beispiel dieser Magerrasen in der modernen Kulturlandschaft hochgradig gefährdet.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.