Colnrade Es ist kurz vor 9 Uhr. Gleich hinter Bühren, auf dem Weg nach Colnrade, stockt plötzlich der Verkehr. Nein, jetzt schon Stau? Tatsächlich:  Der traditionelle Hökermarkt in Colnrade lockt wie in den Vorjahren am Tag der Deutschen Einheit die Massen an. Auf den Zufahrtsstraßen von Wildeshausen Goldenstedt, Aldrup, Reckum und Twistringen/Bassum ist mächtig was los.

Wer richtiger Hökermarkt-Kenner ist, der weiß, dass der offizielle Marktbeginn um 9 Uhr eher eine Zeitmarke für das Seh- und Kaufvolk ist. Der echte Schnäppchen-Jäger ist schon um 5 Uhr mit der Taschenlampe auf den Beinen und leuchtet auch schon einmal in die Wagen der aufbauenden Flohmarktbeschicker. Um 6 Uhr sind die ersten Geschäfte gemacht. Die mitgebrachten Taschen sind voll.

Einer, der es wissen muss, ist Markus Wulf aus Colnrade. 2013 hatte er selber vor dem eigenen Haus am Straßenrand einen Flohmarktstand aufgebaut. Diesmal pausierte er. „Es muss nicht jedes Jahr sein. Selber über den Markt zu schlendern, ist weitaus stressfreier.“

Seit 7 Uhr sind Jennifer Meyer und Marina Thiede-Nölker aus Twistringen schon unterwegs. Sie kennen sich auf dem Hökermarkt aus. Schwer bepackt mit einem alten Tisch, Tragetaschen und Utensilien unter dem Arm, bahnen sie sich einen Weg durch die zusehends mehr mit Menschen gefüllten Gassen. „Wir haben schon unsere Schnäppchen gemacht und fahren jetzt nach Hause“, so Marina. Es ist 10 Uhr.

Sie und Jennifer haben 50 bzw. 65 Euro investiert und damit reiche Flohmarktbeute gemacht. Ein kleiner Tisch, Lauffahrrad und Schrank, Kinderkleidung, Spiele und auch einen so genannten „Pisspott“ haben sie erstanden. Und die Kauflaune ist noch nicht gebrochen. Schnell finden die Blicke der beiden Freundinnen beim Gespräch einen Bilderrahmen an einem Stand. Doch die Hände sind voll. Für dieses Mal reicht es. Der nächste Hökermarkt kommt bestimmt.

So wie den beiden jungen Damen geht es vielen Besuchern. Für kleine Beträge, meist im einstelligen Euro-Bereich, wechselt so manches den Besitzer.

Für einen Euro verkaufte beispielsweise Dieter Wilkens aus Neerstedt seine Taschenbücher. „Eine große Auswahl habe ich mitgebracht“, sagt er und verweist auf drei leere Körbe. „Es mögen schon an die 100 Bücher weg sein.“ Darüber freut sich der Neerstedter, der seinen Schwiegersohn an dem Stand unterstützt. „Das macht mir richtig Spaß, und es ist immer ein toller Tag hier.“

Am Dorfgemeinschaftshaus beschicken Dieter Klirsch und Sportfischer gerade neu den Räuscherschrank. Ihre Forellen sind bekannt gut. Rund 350 Stück der leckeren Fische gehen an diesen Tag über den Tisch.

Entlang der gut 400 Stände des Hökermarktes in Colnrade wird es inzwischen immer enger. Mit dem Bus-Shuttle kommen viele. Die meisten aber wohl doch mit dem eigenen Fahrzeug.

Das schöne Wetter lud auch Radfahrerkolonnen zur Tour ein. Rund 60 Helfer aus den Vereinen taten alles, um dem Besucheransturm gerecht zu werden. Die Schätzungen über den Besucheransturm dürften auch diesmal wieder Rekordhöhe erreichen.

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