LANDKREIS Die Landwirtschaft ist auf der Suche nach Auszubildenden. Das berichtete Christa Hallmann-Rosenfeldt von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen während der Präsentation des „Auszubildenden-Aktionsprogramms“ am Mittwochabend im Kreishaus. Bundesweit würden derzeit 41 750 Lehrlinge in 14 Agrar-Berufen ausgebildet. „Es gibt gute Perspektiven, nicht zuletzt, weil sich die Betriebe weiter vergrößern“, erläuterte Hallmann-Rosenfeldt. Der Bauernverband plane auf Bundesebene einen „Pakt für Ausbildung“, um mit einem Kraftakt 3000 zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.

Die Expertin der Landwirtschftskammer stellte die 14 Ausbildungsberufe im Agrarbereich – vom Landwirt über die Hauswirtschafterin bis hin zum Pferdewirt – vor. Gute Chancen gebe es für die so genannten weißen Berufe: Milchwirtschaftliche Laboranten oder Molkereifachleute. Hallmann-Rosenfeldt verwies auf die gestiegenen Ausbildungszahlen in den Agrarberufen im Landkreis von 100 im Jahr 2000 auf 117 im vergangenen Jahr. Darunter seien 57 künftige Gärtner, 43 Landwirte oder fünf angehende Pferdewirte.

Gefragt sei auch das neue Berufsfeld „Fachkraft Agrarservice“ Hier befinden sich mittlerweile in Niedersachsen 80 junge Menschen in der Ausbildung. Einer von ihnen ist Dennis Hiljegerdes, der seine Ausbildung beim Landwirtschaftlichen Lohnunternehmen Johann Kuhlmann (Neerstedt) absolviert. Für die zusätzlich geschaffene Lehrstelle konnte Anke Spille für den Betrieb einen Scheck von 200 Euro von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises (WLO) in Empfang nehmen (die NWZ berichtete). Fachkräfte Agrarservice bedienen und führen nicht nur landwirtschaftliche Maschinen. Sie kümmern sich um Wartung und Pflege und arbeiten kundenorientiert für Dritte.

Ein Bild aus der Landwirtschaft griff auch Oliver Pundt, Lehrer an den Berufsbildenden Schulen (BBS) auf. „Geben Sie uns Sonne und den nötigen Regen“, appellierte er an die Unternehmer, den BBS-Förderverein zu unterstützen. Er sei bei der Vermittlungen von Praktika behilflich oder organisiere Fahrten zu Ausbildungsplatzbörsen. „Wir haben sehr engagierte Schüler“, so Pundt, doch nur einem Drittel sei es gelungen, auf Anhieb einen Ausbildungsplatz zu finden. Patenschaftsmodelle trügen zur Entspannung der Lage bei.

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Gerd Jacoby und Norbert Klüh von der Ausbildungsplatzinitiative „Zwaig“ appellierten an Unternehmer wie Jugendliche, stärker gemeinsame Foren zu nutzen. Dazu zählten Ausbildungsplatzbörsen ebenso wie Praktikumskalender auf der Internetseite der Initiative.

Tipps unter www.zwaig.de

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