Landkreis Oldenburg Die durchschnittliche Nitratkonzentration im Grundwasser des Landkreises Oldenburg ist in den vergangenen Jahren zwar leicht gesunken, sie befindet sich aber weiterhin über dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l). Waren es am Beginn der Messungen im Jahr 2013 durchschnittlich 79,4 mg/l Nitrat, sind es in diesem Jahr 66,6 mg/l (2018: 65,9 mg/l). Die Werte stammen aus 58 Brunnen, die nicht nur dem Landkreis gehören, sondern auch dem OOWV, der EWE, dem NLWKN und Privatleuten. In 32 von 58 Brunnen lagen die Nitratwerte über 50 mg/l. Das berichtete Gerrit Finke am Dienstagabend im Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Landkreises in Wildeshausen. Sein Fazit: „Eine Trendumkehr ist das noch nicht.“ Und: „Die Nitratbelastung bedroht unser Grund- und Trinkwasservorkommen.“

Der Landkreis Oldenburg gehört mit zu den von der Landwirtschaftskammer in Niedersachsen ausgewiesenen sieben „roten Gebieten“ mit einer Überschreitung der Stickstoffeinträge. Die Düngeverordnung von 2017 wird nächstes Jahr erneut verschärft, weswegen die Landwirte kürzlich landesweit protestierten. Die Messwerte des Landkreises können auf seiner Internetseite eingesehen werden.

Nach der Präsentation der Messergebnisse machte CDU-Abgeordneter und Landwirt Wilfried Siems seinem Ärger Luft und meinte, dass immer nur die Landwirte für die Nitratbelastung verantwortlich gemacht würden. „Die Landwirte habe ihren Anteil daran, aber alles andere wird ausgeblendet“, so Siems. Seiner Ansicht nach tragen auch zentrale Kläranlagen und Kleinkläranlagen zur Nitratbelastung bei. Dem hielt Gerrit Finke entgegen, dass bislang keine Messung belege, dass Kleinkläranlagen das Grundwasser belasteten.

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Landrat Carsten Harings betonte, dass die Kreisverwaltung weit davon entfernt sei zu behaupten, dass die Landwirte die Schuld an den hohen Nitratwerten tragen. Es seien nur die Messergebnisse präsentiert worden.

„Verdächtigt werden viele“, meinte Axel Brammer (SPD) und wies wie viele andere Abgeordnete die Schuldzuweisung von Siems zurück. „Wir müssen miteinander reden und gemeinsam handeln.“ Es sei die Aufgabe des Landkreises, anhand der Wasserrahmenrichtlinie nach Lösungen zu suchen, um die Nitratwerte zu senken.

Stellt die Kreisverwaltung bei den Nitratmessungen außerordentliche Werte fest, werden nach Darstellung von Finke Landnutzer im Umfeld der Brunnen angesprochen. Das erfolge in Abstimmung mit dem Landvolk. „Wir leisten unseren Beitrag, dass das Gut Wasser sauberer wird und die Nitratwerte sinken“, erklärte der Vertreter des Landvolkverbandes im Aussschuss, Eike Grotelüschen. Laut Finke habe sich kein Betrieb einem Gespräch verweigert, die Atmosphäre sei offen und kooperativ. „Bis auf eine Ausnahme wurden von allen Flächennutzern die aktuellen ordnungsrechtlichen Grenzen nach dem Düngerecht eingehalten“, so Finke.

Um die Ursachen für die hohen Nitratwerte weiter zu ergründen, kündigte er für 2020 erste Ergebnisse der seit Jahren laufenden Grundwassertiefenmessung an. Sie soll langfristig den Weg des Nitrats durch den Boden verfolgen. Nächstes Jahr gebe es auch Ergebnisse über Messungen von Pflanzenschutzmitteln. Sie würden alle drei Jahre vorgenommen.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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