Landkreis /Hatten Eine Unkraut- und Totholzecke, ein Staudengarten und die Zusammenarbeit mit Jägern und Imkern sowie das Anlegen von Blühstreifen: All das ist für den Landwirt Dieter Suhrkamp ganz selbstverständlich. „Wir leben mit der Natur und geben ihr etwas zurück“, wie der Hatter sagt.

Das Insektensterben beschäftigt schon lange viele Menschen. Weil sie gerade für die Arbeit in der Landwirtschaft wichtig sind, lässt das Thema auch keinen Landwirt kalt. Doch die Landwirte sind schon seit Jahren aktiv, um den Insekten unter die Flügel zu greifen.

Der Kreislandvolkverband Oldenburg will darauf nun mit der Aktion „bienenfreundlicher Landwirt“ der Kampagne „Echt grün - eure Landwirte“ aufmerksam machen. „Im Landkreis passiert unheimlich viel. Im letzten Jahr sind 180 Hektar an Blühstreifen angelegt worden“, sagt Thale Alfs, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit. Das sei den Imkern, Jägern und Landwirten zu verdanken, die geeignete Flächen aussuchen.

Durch die Aktion können sich Landwirte zertifizieren lassen, dass sie besonders bienenfreundlich arbeiten. „Man muss in einem Anmeldebogen fünf Punkte aus zwei Kategorien, die vom Bioinstitut in Celle entwickelt wurden, erfüllen“, so Alfs. Dies sei dabei recht einfach für die Landwirte zu schaffen, wie es auch bei Suhrkamp der Fall war, der insgesamt neun Punkte hat: „Die fünf Kriterien konnten wir allein schon mit dem Garten meiner Frau erfüllen, vom Totholz bis Stauden haben wir alles. Auch Steinhaufen liegen hier, deshalb ist es kein zusätzlicher Aufwand“, sagt der 62-Jährige.

Ziel der Aktion sei es nicht die Landwirte zu zwingen, etwas Neues anzulegen, sondern die Öffentlichkeit aufzuklären, was die Landwirte schon alles freiwillig für die Natur machen, wie Alfs betont. „Wir haben immer Blühflächen gehabt“, so Suhrkamp. Die Jäger seien dabei Vorreiter gewesen. Sie haben Flächen angelegt, wo das Wild fressen konnte.

Auch Bienen haben beim Landwirt ein Zuhause gefunden. „Ich hatte bis vor ein paar Jahren noch Raps angebaut und Raps muss bestäubt werden. Ich brauchte einen Imker und so bin ich zu Familie Deye gekommen. Dann hat sich das angeboten ein paar Bienenvölker im Betrieb hinzustellen.“ Auch jetzt noch leben dort sechs Bienenvölker, „denn hier rund um zu im Ort ist immer etwas, das blüht“.

Im letzten Jahr waren es zwei Hektar große Blühflächen, die der Landwirt angelegt hatte, hinzu kamen ungefähr einen Meter breite Flächen, die an Gräben liegen und ebenfalls als Blühflächen verwendet wurden. „Es ist nicht nur für Insekten gut, sondern auch ein Rückzugsgebiet für Wild wie Hasen und Fasane“, findet Suhrkamp.

Diese sogenannten Pufferzonen sollen das Gewässer schützen, wenn Pflanzenschutzmittel für die bewirtschafteten Flächen daneben verwendet werden. „Weil auf diesen Flächen kein Pflanzenschutz drauf darf, bietet es sich an, diese Flächen als Blühflächen zu halten.“

Früher sei dies mit einem erheblichen Verwaltungsverfahren verbunden gewesen. Heutzutage ist das vereinfacht worden. „Viele Landwirte sind bereit etwas zu machen, aber werden durch Bürokratie ausgebremst“, führt Suhrkamp weiter aus.

Auf den Blühstreifen werden Samenmischungen gesät, die von der Jägerschaft zur Verfügung gestellt werden. Darunter sind Sonnenblumen, Alexandrinerklee, Phacelia, Perserklee, Buchweizen und Ölrettich.

Der Betrieb von Suhrkamp habe schon immer die Einstellung vertreten, auch ein bisschen für die Natur zu machen: „Wir sind damit aufgewachsen und kennen das nicht anders. Wir Bauern leben ja auch von der Natur.“

Soeke Heykes Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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