Wildeshausen Haarscharf fährt der Gabelstapelfahrer an den leeren Metallregalen an der Wand vorbei. „Es ist einfach eng hier“, erklärt Walter Kreienborg. Der Besitzer der Wildeshauser Hähnchenschlachterei ist an diesem schlachtfreien Tag unterwegs zu den Handwerkern, die eine komplette Transportkette in der Zerlegungslinie austauschen. „Im Sommer wird weniger eingestallt und demgemäß auch weniger geschlachtet. Wir nutzen diese Pausen, um den Betrieb weiter auf Vordermann zu bringen“, erläutert der Unternehmer.

Grenze erreicht

Bis zu 30 000 Hähnchen schlachtet die Firma Kreienkamp pro Tag. Damit ist die Kapazitätsgrenze am Altstandort erreicht.

Trotz der Aufgabe des Ladens in Oldenburg werden weiterhin Geflügelprodukte nach alten Familienrezepten hergestellt und über Schlachter und Einzelhändler in der Umgebung bzw. den Verkaufswagen in Wildeshausen vertrieben.

Es ist etwas Ruhe eingekehrt im Hin und Her um den Wildeshauser Schlachthof Kreienkamp. Vergeblich hatte Besitzer Walter Kreienborg nach einem alternativen Standort Ausschau gehalten, der mehr Platz für die künftige Entwicklung bietet (die NWZ  berichtete).

Gerade der misslungene Ansiedlungsversuch in Ahlhorn ärgert ihn immer noch. „Durch das Scheitern haben wir Planungskosten in sechsstelliger Höhe geparkt bzw. in den Wind geschrieben“, blickt er zurück. Einen großen sechsstelligen Betrag investiert er jetzt darin, seinen alten Betrieb auf Vordermann zu bringen. „Es gab natürlich schon einen Investitionsstau, weil man nicht gerne Geld in alte Hallen steckt, die doch bald abgerissen werden“, erläutert er.

Jetzt sollen diese Hallen aber erst einmal mittelfristig stehen bleiben, was gerade auch bei den 130 Angestellten Erleichterung auslöst. „Wir optimieren die räumlichen Gegebenheiten hier, um die zeitliche Brücke bis zu einem Neubau zu schlagen“, betont Kreienborg. Und weiter: „Das heißt nicht, dass wir immer hier bleiben.“

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Also werden jetzt Wände, Decken und Fußböden geglättet und gestrichen und die technische Ausstattung erneuert, aber „es bleibt ein verschachtelter Bau mitten in Wildeshausen“, bilanziert der Unternehmer, der das 1903 gegründete Unternehmen 1992 von seinem Vater übernommen hat.

Bis Ende des Jahres müssen die Renovierungsmaßnahmen abgeschlossen sein. „Mit dem Veterinäramt des Landkreises sind wir ohnehin jeden Tag in Kontakt, und darüber auch mit dem Laves (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit), das für die formale Schlachterlaubnis zuständig ist“, betont Kreienborg. Um die unbefristete Schlachterlaubnis über 2014 hinaus ist ihm also nicht bange, aber es bleibt der Wunsch nach Neuausrichtung in zumutbarer Entfernung. „Ich könnte sofort was bekommen, möchte aber in einem Radius von 40 Kilometern bleiben“, erklärt der Wildeshauser abschließend.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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