Wardenburg Rund 50 preisgebundene und 245 barrierefreie Wohnungen fehlen in Wardenburg, dazu kleine Wohnungen für eine bis zwei Personen. Bisher machen Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen nur 2,8 Prozent des gesamten Wohnbaubestandes in der Gemeinde aus. Das geht aus dem Wohnraumversorgungskonzept für den Landkreis Oldenburg hervor, das jetzt Thema im Jugend- und Sozialausschuss war.

Der demografische Wandel hinterlässt seine Spuren: Die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre ziehen aus, der Anteil älterer Menschen mit einem veränderten Bedarf der Wohnungsgröße und -ausstattung steigt. Entsprechend entstehen Angebotslücken insbesondere bei kleinen und bei barrierefreien Wohnungen. Sie könnten entscheidend sein, um ältere Menschen zum Umzug zu bewegen. Bisher bleiben viele ältere Menschen in ihren Häusern, gleichzeitig wird bezahlbarer Wohnraum für Familien knapp.

Bis 2030 wird, so geht es aus dem Konzept hervor, mit einer Zunahme um bis zu 800 kleine Haushalte gerechnet, dagegen wird es rund 300 Drei- und Mehr-Personen-Haushalte weniger geben.

Mit konkreten Planungen – etwa in Hundsmühlen und am Marschweg in Wardenburg – reagiert die Gemeinde auf die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur, allerdings offensichtlich erst neuerdings: In dem Konzept wird bemängelt, dass seit der Jahrtausendwende maximal vier, oft aber auch gar kein Mehrfamilienhaus pro Jahr gebaut wurde. „Das bedeutet, dass in diesem Segment zu einem ungewöhnlich hohen Anteil Bauanträge gestellt wurden, ohne dass die Gebäude fertiggestellt wurde“, heißt es. „Es rächt sich jetzt, dass in den letzten zehn Jahren zu viele Ansätze blockiert worden sind“, brachte es Josef Wunram (CDU) auf den Punkt.

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Man müsse ein vernünftiges Konzept entwickeln, damit der Ort attraktiv bleibe, mahnte Johannes Hiltner (Bündnis 90/Die Grünen) an. Entscheidend sei, dass bei einer Verdichtung der Wohnbebauung sensibel vorgegangen werde. Insgesamt habe die Gemeinde noch Kapazitäten. „Einige Baugebiete sind in diesem Konzept noch gar nicht erfasst.“

Doch nicht nur der demografische Wandel ist eine Herausforderung für den Wohnungsmarkt. Bezieher von Sozialhilfe und Grundsicherung, Asylbewerber, einkommensschwache Haushalte – sie alle kämpfen um bezahlbaren Wohnraum. 14,8 Prozent der Haushalte in Wardenburg zählen zu dieser Gruppe, für die eine marktübliche Miete schwer aufzubringen ist. Sie brauchen, macht die Studie deutlich, allerdings nicht nur kleine Wohnungen: Preisgünstige Wohnungen mit mehr als drei Zimmern seien ebenfalls kaum zu finden.

Anke Brockmeyer Redakteurin / Reportage-Redaktion
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