KIRCHHATTEN Geld­geschäfte sind Vertrauenssache – in Kirchhatten vertraut man sich gerne über Generationen hinweg der gleichen Familie an – oder man nimmt als Mitglied seiner Bank die Dinge gewissermaßen selbst in die Hand.

Zwei Banken bestimmen das Geschäftsleben im Ort, die Sparkasse und die VR-Bank Oldenburg Land West. Die Sparkasse in Kirchhatten war eng mit Friedrich Schnitker verbunden. Sein Enkel Horst Stolle kann zwar heute nicht mehr zurückverfolgen, wann sein Großvater zum ersten Mal Bankgeschäfte abgewickelt hat, er erinnert sich aber aus seiner eigenen Kindheit Ende der 1940er Jahre, wie diese Geschäfte getätigt wurden.

Geldschrank in der Ecke

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„Mein Großvater hatte einen Schreibtisch in der Stube, in der Ecke war ein Geldschrank“, erzählt er. Mehr Ausstattung brauchte die Bank damals nicht. Friedrichs Sohn Erich Stolle führte die Bankfiliale weiter, die seit den 1960er Jahren am Marktplatz angesiedelt ist, nach einer kurzen Unterbrechung führte Horst Stolle dann ab 1982 bis 2011 die von Großvater und Vater begonnene Familientradition fort.

Eine noch längere Tradition hat allerdings die heutige VR-Bank Oldenburg Land West eG, die ihren Hauptsitz in Kirchhatten hat.

Ihre Geschichte beginnt als „Spar- und Darlehenskasse eGmuh zu Kirchhatten“, am 27. Februar 1898. In Menkes Gasthaus, dem heutigen Schützenhof, erschienen damals rund 30 Personen, die meisten Namen auf der Liste der Gründungsmitglieder finden sich auch heute noch im Telefonbuch der Gemeinde Hatten. Heinrich Ripken, bis dahin Auktionator, Gemeinde und Kirchenrechnungsführer übernahm bis 1930 die Leitung der Genossenschaftsbank, die zunächst in seinem Haus an der Dingsteder Straße 49a residierte.

Die Bank überstand Kriege, Inflation und Währungsreform, 1958 stimmte eine Generalversammlung für den Kauf des damals aktuellen Bankgebäudes am Marktplatz – nur ein Jahr später folgte die ersten Namensänderung.

Fusionen in Serie

Die erste in einer Reihe von Fusionen ergab sich 20 Jahre später im Jahr 1978. Einstimmig, mit zwei Enthaltungen sprachen sich die Mitglieder für eine Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Sandkrug zur Raiffeisenbank Kirchhatten-Sandkrug aus.

An ihren heutigen Standort zog die Bank 1982, seitdem wurde das Gebäude mehrfach erweitert – die letzte Baumaßnahme wurde erst vor wenigen Monaten abgeschlossen.

Veränderungen haben die Bank weiter begleitet. „Keiner wird verlieren, alle werden gewinnen“, wird Heinz-Harold Kleen als Kirchhatter Bankdirektor in einem NWZ -Bericht aus dem Mai 2002 zitiert. Kleen sprach von der Verschmelzung mit den Wardenburger Nachbarn zur Raiffeisenbank Hatten-Wardenburg. Seine Mahnung, ohne eine Mindestgröße würden Banken zu den Tante-Emma-Läden des neuen Jahrtausends, fruchtete: Die Genossen stimmten geschlossen für die Fusion. Der nächste Zusammenschluss folgte schon im Juni 2007 – gemeinsam mit der Volksbank Ahlhorn-Großenkneten eG entstand die heutige VR-Bank Oldenburg Land West eG.

Rund ein Drittel der Fläche des Landkreises deckt sie ab und an Kirchhatten als „Zentrale“ wird nicht gerüttelt. Das verspricht Peter Bahlmann, der die Bank mit seinem Vorstandskollegen Martin Spils leitet. Die Lage im Zentrum des Landkreises sei der ideale Standort.

Zukunft sieht Bahlmann auch für das Konzept der Genossenschaftsbank, bei der ein Großteil der Kunden auch Mitglieder der Genossenschaft und damit Teilhaber der Bank sind. Dieses Modell werde schließlich – nicht nur weil 2012 das Jahr der Genossenschaften sei – auch in anderen Zusammenhängen, etwa bei Energiegenossenschaften immer interessanter.

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