Kirchhatten Eine Alternative zum Kreisverkehr, die sicherer und kostengünstiger als andere Lösungen ist und keinen Eingriff in das Ortsbild Kirchhattens erfordert: So etwas glaubt der Vorsitzende des Senioren- und Behindertenbeirat der Gemeinde Hatten, Heinz Priesmeyer, in die Diskussion um die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt am Marktplatz einbringen zu können.

Sein Vorschlag, den er sowohl der Gemeindeverwaltung, den Ratsfraktionen und der NWZ zukommen ließ, basiert auf Vorbildern aus anderen Städten. Das Grundprinzip lautet: die „für alle Kfz Rot“-Ampel mit einer ausschließlichen Grünphase für Fußgänger-/Radfahrerquerungen über die Hauptstraße und Sandhatter Straße, einschließlich möglicher Diagonalquerungen. „Eine solche Lösung soll es z. B. auch in Oldenburg an der Bloherfelder Straße geben, weltweit ist die Shibuya-Kreuzung in Tokyo bekannt“, so Priesmeyer. Der Beiratsvorsitzende ist überzeugt: „Diese Schaltung könnte sowohl mit einer Vollampel für den Kfz-Verkehr als auch mit einer Bedarfsampel („Schlafampel“), die also nur rot und gelb für den Kfz-Verkehr zeigt (allerdings mit Ampeln an jeder Fahrtrichtung), kombiniert werden.“ „Rot“ für den Kfz-Verkehr gäbe es nur bei tatsächlichem Bedarf, d. h. wenn Fußgänger und Radfahrer den Druckknopf betätigen oder Infrarot-Sensoren den Bedarf melden. Die Rotphasen für den Kfz-Verkehr seien eben der Preis für höchste Sicherheit. „Das ist lächerlich gering etwa verglichen mit den Sandkruger Schrankenschließzeiten“, findet der Beiratsvorsitzende.

Die Gemeindeverwaltung hat diese Anregung umgehend aufgenommen und unter anderem das Planungsbüro Sweco, den Hannoveraner Verkehrsplaner Lothar Zacharias und die Straßenverkehrsbehörde um Stellungnahmen gebeten. Das vorläufige Ergebnis, das dem Verwaltungsausschuss mittlerweile vorgelegt wurde, ist allerdings ernüchternd. Das Straßenverkehrsamt habe den Vorschlag mündlich bereits abgelehnt, so Bürgermeister Christian Pundt auf Anfrage der NWZ. Im Falle einer Klage sei eine Ampelschaltung, die pauschal für alle Kfz Rot anzeige, sofort hinfällig, sei die Verwaltung gewarnt worden. Im Verwaltungsausschuss war man sich einig, dass diese rechtliche Einschätzung in schriftlicher Form noch abgewartet werden soll.

Rechtlich geprüft werden soll laut Bürgermeister außerdem eine Variante, die drei Bedarfsampeln vorsieht: Eine in Höhe des Hotels „Zum Deutschen Hause“, eine an der Sandhatter Straße in Höhe der Siedlung Röbkengarten und die bestehende zwischen Möbelhaus Lüschen und VHS.

Hattens Verwaltungschef sieht damit insgesamt vier Varianten noch ernsthaft im Rennen:
 den Bau eines Kreisels am Marktplatz, wie vom Arbeitskreis Ortsdurchfahrt erarbeitet und vorgeschlagen,
 lediglich eine Verkehrsinsel als Querungshilfe in Höhe des Deutschen Hauses (wie beim Schuhhaus Knipper),
 eine einfache Ampel ohne eigene Abbiegespur für die Linksabbieger in die Sandhatter Straße und
 die jetzt noch zu prüfende Drei-Ampel-Lösung, wie eingangs beschrieben.

Die Fördergelder für den Kreisel sind dank eines Verwaltungsausschussbeschlusses in 2018 sichergestellt. Dennoch haben sich zuletzt die Ratsfraktionen der CDU, FDP und FHL und damit 14 von derzeit 28 Stimmen im Rat gegen diese Lösung ausgesprochen. SDP und Grüne folgen stattdessen dem Ergebnis des Arbeitskreises. Einig dürften sich zurzeit alle Beteiligten nur in einem Punkt sein: „Wir müssen bei der Entscheidung langsam zu einem Ende kommen“, sagt Pundt.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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