Kirchhatten Die Ratsfraktionen von CDU, FDP, FHL und der Heimat- und Bürgerverein Kirchhatten wollen den Bau eines Kreisels am Marktplatz doch noch verhindern – und damit das Ortsbild und die alte Eiche retten. Das ist das Ergebnis interfraktioneller Gespräche. In einem Antrag an den Rat verweisen sie ausdrücklich auf die neue Sachlage durch den möglichen Bau eines Busbahnhofs zwischen Haupt- und Munderloher Straße gegenüber Aldi. Am Freitagnachmittag trafen sich die Vertreter der neuen Initiative zu einem Ortstermin am Kirchhatter Marktplatz.

Hier die Argumente der Kreiselkritiker:

  Die CDU

Die CDU-Fraktion blickt nach eigenen Angaben mit Sorge auf den Planungsentwurf zum Marktplatz-Kreisel in Kirchhatten. Bevor das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werde, sollte nach Meinung der CDU die Platzsituation noch einmal genauer betrachtet werden. Fraktionsvorsitzender Thomas Schulze: „Wir haben erhebliche Bedenken beim Bau eines Kreisverkehrsplatzes am Marktplatz mit seiner historischen, ortsbildprägenden und teilweise denkmalgeschützten Bausubstanz.“ Der jetzige Entwurf des Kreisels werde die historische Platzsituation zerstören.

Dabei gehe es nicht nur um die ortsbildprägende „Hümmen-Eiche“, sondern insbesondere um die sehr dicht am geplanten Kreisel stehenden Gebäude und Grundstücke der Anlieger. „Wir machen uns erhebliche Sorgen um die dort ansässigen Gewerbebetriebe, da auch die Zufahrten nur noch bedingt zur Verfügung stehen.“

Durch den geplanten Busbahnhof dürfte sich die jetzige Situation mit dem Busverkehr erheblich verbessern. Querungshilfen am „Werkstattplatz“ und beim Rathaus seien bereits geplant. Der bisherige Standort der Fußgängerampel wäre zu überprüfen.

  Die FDP

Die FDP ist laut Ortsverbandsvorsitzendem und Ratsherrn Stephan Möller „zutiefst überzeugt, dass ein Busbahnhof Auswirkungen auf den Schülertransport haben muss.“ Es sei deshalb nicht sinnvoll, weiter mit einem Kreisel zu planen. Stattdessen könne die Verlegung der Fußgängerampel vom Möbelhaus Lüschen in Richtung Marktplatz eine Lösung sein. Durch den Werkstattplatz und die Ampel sei schon viel für die Schulwegsicherheit getan worden. Grundsätzlich ist die FDP kein Gegner eines Kreisels, betont Möller. Hinterm nördlichen Ortseingang sei dieser im Zusammenhang mit dem Busbahnhof durchaus eine Option.

  Die Freie Hatter Liste

Die FHL steht einem Kreisel am Marktplatz sehr kritisch gegenüber. „Erneuerungen gehen auch mit Veränderungen einher. Allerdings gehen uns die Eingriffe in den gewachsenen Dorfmittelpunkt mit dem Fällen der Eiche und anderer Bäume zu weit. Der Dorfmittelpunkt wird unwiderruflich verunstaltet“, so Manfred Huck. Verkehrstechnisch sei dort ein Kreisel keine Lösung. Der „unmögliche Kreisel“ an der Wildeshauser Straße habe zu dieser Entscheidung auch beigetragen.

Es sind nach Ansicht der FHL nicht ausreichend Möglichkeiten geprüft worden, um den Verkehr im Ort nachhaltig zu entschleunigen. Die FHL moniert die Ansicht der Kreisverwaltung, keine Zebrastreifen zuzulassen. Die schwächeren Verkehrsteilnehmer müssten hier Priorität haben. Eine Verkehrsampel wäre hier nochmals zu prüfen.

FHL-Ratsherr Andreas Richter war auch im alten Arbeitskreis Zukunftsfähiges Kirchhatten aktiv: „Ziel war damals nur das Nötigste an Veränderungen und die Verlangsamung des Verkehrs vom Ortseingang bis -ausgang. Dann bräuchten wir auch keine Zebrastreifen im Ort. Vom damaligen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), der Unterstützung zugesagt hatte, sind wir enttäuscht.“

  Der Heimatverein

Auch der Heimat – und Bürgerverein Kirchhatten spricht sich gegen den geplanten 22-Meter-Kreisel aus und bittet alternative Planungsvarianten in Absprache mit den zu beteiligten Behörden zu prüfen (z. B. Rechts-vor-Links-Regel“ für die Sandhatter Straße). Bei der Kreiselvariante sei unter den beengten Verhältnissen fraglich, ob der verkehrlich erwartete Sinn und Zweck eintrete. So würden z.B. Verkehrsteilnehmer aus Richtung Werkstattplatz relativ gradlinig durch den Kreisel über die geringe Aufhöhung in die Hauptstraße fahren. Ein Bremseffekt wäre eher unwahrscheinlich.

Die Radien für Lkw und landwirtschaftliche Fahrzeuge seien im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen eng bemessen, so der Verein. Von der zu erwartenden Verkehrslärmbelastung beim Über-bzw. Durchfahren wären Anlieger betroffen.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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