Kirchhatten Rote, gelbe, blaue und weiße Blüten: In dem kleinen Neubaugebiet am Heinrich-Willers-Weg finden Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und andere Insekten ein ganzes Meer davon. Warum das so ist, erzählt der Kirchhatter Bezirksvorsteher Norbert Klüh.

„Viele Insektengruppen sind in unterschiedlichen Lebensräumen vom Aussterben bedroht“, sagt er. Dafür gebe es Ursachen, die nicht allein auf die moderne Landwirtschaft zurückzuführen seien. „Wir in der Gemeinde sehen eine Aufgabe darin, dieser negativen Entwicklung entgegen zu steuern.“ Helfen sollen zusätzliche Flächen mit passenden Nahrungsangeboten.

Wie ist die Idee für den Blühstreifen entstanden?

Zu Beginn des Jahres entstanden erste Überlegungen, auf welchen öffentlichen Standorten im Ort Kirchhatten insektenfreundliche Blühstreifen bzw. Blühwiesen angelegt werden können. Das Ziel: die Artenvielfalt der kleinen Lebewesen zu erhalten. Das Ergebnis des Brainstormings: Neben Verkehrsinseln am Kreisel – Wildeshauser Straße – und Beeten am neuen Werkstattplatz schien vor allem eine etwa 200 Quadratmeter große Fläche in dem neuen Baugebiet am Heinrich-Willers-Weg geeignet.

Von vornherein war klar: „Ohne Pflege keine Blüten mit Besuchern“, erinnert sich der Bezirksvorsteher. Auf einer Anliegerversammlung am 21. Mai dieses Jahres wurde neben anderen Gestaltungsfragen, die das Neubaugebiet betreffen, mit vielen der neuen Anlieger auch über die Gestaltung der Fläche westlich des Heinrich-Willers-Weges gesprochen. Die Gemeinde schlug vor, mehrere Wildbirnenbäume zu pflanzen und anstatt des üblichen Rasens eine Wildblumenmischung mit schönen farblichen Akzenten einzusäen.

Wer übernimmt die
Verantwortung
?

Die einzige Bedingung für das Umsetzen dieser Idee: Die Anlieger kümmern sich selber um die Pflege. Die Zustimmung erfolgte spontan – das überzeugende Ergebnis ist zurzeit am Heinrich-Willers-Weg zu sehen. Es ist später Nachmittag. Die beiden Anlieger Jörg Peters und Bert Kapphammel stehen dort mit Eimer und Wasserschlauch und versorgen die Blumen mit ausreichend Feuchtigkeit. Eine Aufgabe, die sie sich mit anderen teilen. Auch mit Mitarbeitern des Bauhofes, die die Blühstreifen in der Gemeinde regelmäßig wässern.

Das kostet natürlich Zeit und auch Geld. Bürgermeister Christian Pundt deutet an, dass er in diesem Zusammenhang an eine unbürokratische Lösung denkt. „Denkbar wäre am Ende des Jahres ein Gutschein als Dankeschön“, nennt er spontan ein Beispiel. Aber was blüht denn da nun eigentlich mitten in Kirchhatten? Steinkraut, Ringelblume, Schmuckkörbchen, Mohn, Kornblume, Salbei, Klatsch- und Seidenmohn, orientalischer Rittersporn, Nachtviole, roter Lein, Sonnenblume, Malve, Wiesenglockenblume, Schafgarbe und Rotklee.

Wo gibt es diese
Mischung zu kaufen
?

Diese Frage hat Jörg Peters schon häufig gehört. Die Antwort kennt Frederik Kapels vom Bauamt: „Wir haben eine Mischung aus folgenden Arten der Firma Küpper (Eschwege) eingesät: Blumenwiese Werratal, Eschweger Blütenzauber und Blumenwiese Traumhafte Impression.“

„Das Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen“, erinnert Bezirksvorsteher Norbert Klüh. Ob, wann und wie die Blumenwiese später abgemäht werden solle, müsse noch geklärt werden. „Das Wissen über die mehrjährige Pflege und den Erhalt solcher Blühflächen in Wohngebieten steckt noch in den Kinderschuhen.“ Das weitere Vorgehen müsse immer standortspezifisch entschieden werden. „In diesem Sommer freuen wir uns zunächst gemeinsam mit den krabbelnden und fliegenden Besuchern der bunt leuchtenden Blühwiese.“ Man munkelt, die eine oder andere Blüte habe schon den Weg in heimische Blumenvasen gefunden.


Mehr Infos unter   www.nwzonline.de/insektenjahr 
Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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