Hude Eier und Hasen sind bekanntermaßen die Symbole schlechthin für das Osterfest, das dieser Tage wieder begangen wird. Zwar nicht direkt mit Hasen, dafür aber mit den – zumindest für Laien – auf den ersten Blick kaum zu unterscheidenden Kaninchen, befassen sich Sandra Christians und ihre Tochter Kimberley täglich.

Sandra Christians ist 2. Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins I 104 Hude. Kimberley ist die Jugendleiterin des Vereins. Die etwas kryptisch anmutende Vereinsbezeichnung hilft, später nachzuvollziehen, woher die Tiere kommen. Das „I“ steht für den Zuchtbezirk, die „104“ ist die Vereinsnummer. So steht es später auch im Zuchtbuch.

Hasen sind größer

Aber wo liegt jetzt eigentlich der Unterschied zwischen Hasen und Kaninchen?

„Die Tiere unterscheiden sich im Gewicht, in der Ohrenlänge und der Größe“, erklärt Kimberley. Außerdem kommen Kaninchen nackt, blind und taub auf Welt.

Hasen seien dagegen Nestflüchter und würden entsprechend schon voll entwickelt geboren, fährt sie fort. Hinzu komme, dass Kaninchen in Höhlen lebten, Hasen aber in einer Kuhle oder Mulde.

In einigen deutschen Haushalten kommen die knuffigen Tiere mit den langen Löffeln an Ostern auf den Teller.

Nicht so bei den Christians. Hier wird höchstens falscher Hase aufgetischt. Und das hat gleich zwei Gründe: Zum einen züchten die beiden nur Zwergkaninchen – und da hänge so wenig Fleisch dran, dass es sich kaum lohne, dafür die Pfanne heiß zu machen.

Zum anderen kennt Sandra Christians das Schlachten der Kaninchen noch von früher: „Da durften wir als Kinder so lange mit den Kaninchen spielen, bis sie fett genug waren. Dann wurden sie geschlachtet und gegessen.“ Da sei ihr der Appetit auf Kaninchenfleisch vergangen.

Im Verein sehe das wiederum anders aus. Den Züchtern bleibt allerdings auch kaum eine andere Wahl, denn irgendwann sind die Ställe voll. Um Platz zu schaffen, werden einige der Tiere dann eben verspeist. Da liegt der Hase, oder besser: das Kaninchen dann wahrhaftig im Pfeffer – oder in der Rotweinsoße, je nach Geschmack.

Sandra und Kimberley Christians geben ihre Tiere irgendwann einfach ab, überwiegend an Familien mit Kindern. Nur die schönsten Kaninchen, also die, die dem sogenannten Rassestandard am nächsten kommen, oder die sie besonders lieb gewonnen haben, behalten sie. An Ostern sei die Nachfrage besonders groß. Für die größeren Kaninchen komme das nicht in Frage. Die seien eben nicht zum Streicheln geeignet.

Nachwuchs zu Ostern

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Auch wenn Kaninchen keine Eier legen, Nachwuchs bekommen sie zumindest in der Natur zur Osterzeit, erklären Sandra und Kimberley Christians. Deswegen gelten sie auch als Fruchtbarkeitssymbol. Die Tiere orientieren sich unter anderem daran, wie lange es draußen hell ist. „Als Züchter kann man den Tieren natürlich auch etwas vorgaukeln“, sagt Kimberley. Rassekaninchenzüchter könnten so dafür sorgen, dass die Tiere das ganze Jahr über Nachwuchs bekommen.

Wo genau aber der Zusammenhang zwischen den bunt bemalten Eiern und den hoppelnden Vierbeinern besteht, ist nicht ganz klar. Schließlich mögen Kaninchen – und damit sicherlich auch Hasen – nicht einmal Eier. „Kaninchen ernähren sich nämlich rein pflanzlich“, betont Kimberley.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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