GANDERKESEE Ob mehrere Kilometer Arbeitsweg oder nur die tägliche Fahrt zum Kindergarten: Wer derzeit sein Auto bewegen muss, überlegt zweimal, ob die Fahrt wirklich notwendig ist. Denn auch an den fünf Tankstellen in der Gemeinde liegen die Spritpreise derzeit für Super über 1,50 Euro. So hoch, wie zuletzt vor zwei Jahren.

„Ich tanke nur noch bestimmte Beträge“, berichtet der Bookholzberger Jürgen Meyer. Große Ausflüge seien bei den derzeitigen Spritpreisen nicht mehr drin, erzählt der Familienvater. „Die Kinder müssen zum Kindergarten und zum Musikunterricht gefahren werden, da kommt schon genug zusammen“. Weniger fahren, ist auch die Reaktion von Christiane Ruhland-Schäfer. „Möglichst oft das Fahrrad nehmen“, ist die Maxime der Ganderkeseerin. Unmut über die Preise komme vor allem auf, da diese durch nichts gerechtfertigt seien, meint eine weitere Ganderkeseerin.

Umsatz geht zurück

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Den Unmut über die hohen Preise merken auch die Tankstellenbetreiber, sowohl in Gesprächen mit den Kunden, als auch beim Umsatz. „Für mich sind die hohen Spritpreise überhaupt nicht gut“, berichtet Joachim Jaursch, Pächter der Shell-Tankstelle in Ganderkesee. Die Kunden würden meist nur noch für zehn Euro tanken und oft auch zu günstigeren Tankstellen fahren. Dadurch gehe der Umsatz zurück. „Wir sind ja auch interessiert daran, dass die Preise möglichst niedrig sind“, betont auch Uwe Schwager, Inhaber der Esso-Tankstelle in Hoyerswege. Es sei aber sehr schwierig, das den Kunden zu vermitteln. Das nicht mehr vollgetankt wird, bemerkt auch Enno Müller-Bollenhagen, Inhaber der Avia-Tankstelle in Bookholzberg. Beim Umsatz mache sich das aber nicht bemerkbar.

Die Kunden ärgern sich auch über die kurzfristigen Änderungen an den Zapfsäulen. „Die Änderungen der Preise kommen teilweise in sehr kurzen Intervallen. Das können wir nicht steuern“, erzählt Marion Schweers, Mitarbeiterin der Esso-Tankstelle in Schierbrok. Und für viele Autofahrer bleibt nichts anderes übrig, als bei den hohen Preisen zu tanken: „Ich muss jeden Tag beruflich 200 Kilometer fahren“, erzählt der Rethorner Oliver Einemann, bei den Preisen lohne sich auch sein Diesel nicht mehr. Und wer zu Arbeit muss, kann nicht auf niedrige Preise warten. „Ich versuche immer mittwochsmorgens zu tanken“, verrät eine Ganderkeseerin ihren Geheimtipp. Mittlerweile sei auch das aber kein Garantie mehr für günstige Preise.

Neuer Bio-Kraftstoff E-10

Auch die Tankstellenbetreiber können da keine Tipps abgegeben, wann die Preise niedrig sind. Sie haben keinen Einfluss auf die Preispolitik der Hersteller. In den kommenden Monaten kommt mit dem neuen Bio-Kraftstoffs E-10 noch eine weitere Variable ins Spiel. Sowohl Joachim Jaursch als auch Enno Müller-Bollenhagen rechnen damit, dass E-10 ab Februar oder März angeboten wird. Ob Sprit dann noch teurer wird? Die Tankstellenbetreiber wissen es nicht.

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