Moslesfehn Dem Küstenkanal verdankt der Ort seine Existenz, seinen Namen einem Generalmajor im Dienste des Großherzogtums Oldenburg: Moslesfehn. Durch den künstlichen Wasserweg getrennt in zwei Ortsteile, nämlich auf Oldenburger Stadtgebiet in Nord- und in der Gemeinde Wardenburg in Südmoslesfehn, feiern die Bewohner beider Seiten im Oktober den 125. Jahrestag ihrer Namensgebung (siehe Kasten). „Die Vorbereitung dieses Festes hat die Arbeitsgemeinschaft aller neun Vereine aus Süd- und Nordmoslesfehn übernommen“, berichtet Manfred Pohl, Ehrenvorsitzender des Bürgervereins Nordmoslesfehn.

Flammende Rede

Im Jahr 1890 hatten sich das Amt Oldenburg und die Landgemeinde Oldenburg und Wardenburg darauf geeinigt, der Moorsiedlung links und rechts vom Hunte-Ems-Kanal, wie der Küstenkanal anfänglich noch hieß, den Namen Moslesfehn (geteilt in Nord- und Südmoslesfehn) zu geben. Pate für diesen Namen stand der Generalmajor Johann Ludwig Mosle (1794-1877). Der Offizier aus Oldenburg – in Thüringen geboren und in Varel aufgewachsen – war Wegbereiter für den Bau des Kanals. „Im November 1844 hielt Mosle eine flammende Rede vorm Oldenburger Handels- und Gewerbeverein, in der er für die Gründung von Moorkolonien und den Bau des Kanals warb“, weiß Manfred Pohl, der sich intensiv mit der Geschichte Moslesfehns beschäftigt hat. Mosles Vortrag fand viel Beachtung und alte Pläne zum Bau eines Kanals wurden wieder aufgenommen. Im September 1855 begannen die Bauarbeiten.

Der Kanal diente damals im Wesentlichen zwei Zielen: Einer Anbindung des ländlichen Oldenburgs an die Seefahrt sowie der Entwässerung der Moore, die entlang des Wasserweges kultiviert wurden. Bereits vier Jahre nach Fertigstellung des Kanals (1897) bestanden insgesamt 277 Kolonate auf einer Fläche von 1200 Hektar. Zwischen 1890 und 1964 waren am Kanal mehr als 70 neue Dörfer mit 3500 Landstellen entstanden. Darüber hinaus entwickelten sich auch zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe, darunter etliche Betriebe zur Torfgewinnung und -weiterverarbeitung.

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Dass eine Fehnsiedlung nach ihm benannt wurde, erlebte der studierte Jurist und Diplomat Johann Ludwig Mosle nicht mehr. Er starb bereits im Jahr 1877 in Oldenburg. Begraben wurde er dort auf dem Gertruden-Friedhof. „Erst 2004 haben wir sein Grab dort entdeckt“, erzählt Chronist Pohl. „Das Grab wird seitdem von der AG Moslesfehner Vereine gepflegt, ebenso wie das Kriegerdenkmal bei der Gaststätte Büsselmann in Südmoslesfehn.“

Zusammen 1280 Bürger

Und das ist nicht das Einzige, was die Bürger diesseits und jenseits des Kanals verbindet. Obwohl die breite Wasserstraße den Ort seit jeher trennt und beide Seiten auch politisch unterschiedlichen Kommunen angehören, fühle man sich als ein Dorf, wie die 125-Jahr-Feier am 25. Oktober zeigt. Selbst die Konfessionen konnten keine Spaltung bewirken. „Nordmoslesfehner waren immer evangelisch geprägt, die Südmoslesfehner katholisch mit konfessionell ausgerichteten Schulen“, berichtet Manfred Pohl. Katholiken aus Nordmoslesfehn gingen in Südmoslesfehn zur Schule und umgekehrt.

Eine ganz unterschiedliche bauliche Entwicklung nahmen die beiden Siedlungen nördlich und südlich des Küstenkanals. Während Nordmoslesfehn nur 180 Einwohner hat, da es zum Außenbereich Oldenburgs gehört, wo kaum gebaut werden darf, entstanden in Südmoslesfehn etliche Häuser, in denen heute knapp 1100 Bürger leben. „Wir sind aber alle Moslesfehner“, sagt Werner Albrecht, langjähriger Vorsitzender des Ortsvereins Südmoslesfehn. „Wir sind zusammen groß geworden und da ist es selbstverständlich, dass wir das Jubiläum zusammen feiern.“

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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