Wardenburg „Helfen und anpacken, wenn man uns braucht“, dieser Leitsatz wird mit viel Leidenschaft und Tatkraft von einer Organisation beherzigt, die es in Wardenburg nunmehr seit fünf Jahrzehnten gibt. Am 5. Mai 1964 gegründet, feiert der Wardenburger Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) dieses Jahr Jubiläum. Das Rheinstraßenfest am Sonntag, 18. Mai, nutzt der Ortsverband, sich der Öffentlichkeit vorzustellen. An der Rheinstraße 16 ist das THW seit 1985 beheimatet.

Auslandseinsätze

Für den Zivil- und Bevölkerungsschutz im Jahr 1953 – zu Zeiten des Kalten Krieges – als ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes ins Leben gerufen, entschlossen sich elf Jahre später zehn Wardenburger einen Ortsverband aus der Taufe zu heben. Erster Ortsbeauftragter war der spätere stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Bischoff, der den Ortsverband mehr als 20 Jahre lang leitete. „Die Aufgaben des THW haben sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt“, erklären der heutige Ortsbeauftragte Gerold Wulf und sein Stellvertreter Enno Lankenau. Aus der Schutzorganisation für den möglichen Kriegsfall entwickelte sich eine Katastrophenschutz-Einrichtung, die im In- und Ausland humanitäre Hilfe leistet.

„Wir können innerhalb kürzester Zeit Hilfskräfte auf den Weg schicken“, sagt Wulf. Bestes Beispiel: die Hochwasserkatastrophe an der Elbe 2013. „Abends um 22.15 Uhr erhielt ich auf einer Party den Anruf, dass dringend Fahrer benötigt würden. Eine Stunde später standen acht Helfer bereit.“ Und das ehrenamtlich. Verdienstausfälle bekommen Arbeitgeber zu hundert Prozent vom Bund erstattet.

Auch Auslandseinsätze kann das Wardenburger THW vorweisen. Seine Hilfe war gefragt unter anderem für Hilfstransporte nach Kroatien, Rumänien, Russland, Äthiopien und in den Iran.

123 Kameradinnen und Kameraden versehen zurzeit ihren Dienst beim Wardenburger THW, davon sind 30 Junghelfer zwischen zehn und 17 Jahren, neun Frauen und 25 Althelfer. Allein in 2013 wurden von dieser Truppe fast 22 500 Dienststunden geleistet, davon 10 000 von den jugendlichen Helfern.

Einen Einbruch beim „Personal“ gab es mit der Aufhebung der Wehrpflicht vor drei Jahren. „Vorher waren 90 Prozent unserer Helfer Wehrersatzdienst-Leistende“, erzählt Lankenau. Zum Glück habe man in Wardenburg, nicht zuletzt dank guter Nachwuchsarbeit, dieses „Loch“ recht gut stopfen können. Bundesweit zählt das THW 80 000 ehrenamtliche Helfer in 660 Ortsverbänden.

Mehr als nur ein Hobby

Auch technisch hat das Wardenburger THW einiges zu bewegen. Fünf vom Bund finanzierte Fahrzeuge, eine Feldküche und ein Mehrzweckboot stehen in der Halle, dazu kommen ein Jugendgruppenfahrzeug und ein Kipper, deren Unterhaltung der Ortsverband – zum Teil mit Kreishilfe – selbst finanziert.

„Wir haben als Ortsverband ein festes Budget, mit dem wir auskommen müssen. Das ist nicht immer einfach“, meint Enno Lankenau. „Vor allem die Energiekosten fressen uns auf“, ärgert sich Wulf. Die beiden Führungskräfte haben sich ihre Arbeit klar aufgeteilt: „Er macht den Schrauber und ich alles mit Papier“, so Enno Lankenau, der seit 30 Jahren ehrenamtlich beim THW engagiert ist. Ein „Urgestein“ ist auch Gerold Wulf. Der 51-Jährige aus Charlottendorf-West kam vor 35 Jahren als Jugendlicher zum THW.

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Für beide Familienväter ist das THW so etwas wie ein zweites Zuhause geworden. „Für mich ist es nicht nur irgendeine Katastrophenschutz-Einrichtung, vielmehr ist es eine Gemeinschaft von Kameraden und Kameradinnen, die gemeinsam für eine gute Sache einstehen“, bekennt sich Wulf im Vorwort der Jubiläums-Festschrift zu seinem zeitaufwendigen Hobby. Auch sein Sohn teilt mit ihm diese Leidenschaft.

In die Zukunft sieht das Führungsduo zuversichtlich. „Wir sind guten Mutes, trotz aller Unwägbarkeiten, die Aufgaben auch in den nächsten Jahren zu bewältigen.“

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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