Wildeshausen Eine Chance für die Armen: Dieses Ziel treibt Dr. Marta Binder (70) um. Als Botschafterin der gemeinnützigen Stiftung Opportunity International Deutschland fährt sie mit dem Fahrrad kreuz und quer durchs Land und wirbt um Unterstützung. Ihr Projekt: der Aufbau von privaten Schulen für die Ärmsten der Armen in Ghana.

Auf ihrer einwöchigen Fahrradspendentour, zu der sie in ihrem Heimatort Warendorf gestartet war, machte sie jetzt Station in Wildeshausen. Gemeinsam mit Otto Sandkuhl (70) aus Rechterfeld erläuterte Binder ihr Projekt. Sandkuhl unterstützt Opportunity International Deutschland seit 2007. „Hier kommt das gespendete Geld sehr effektiv an“, sagte der Kaufmann. Viele Frauen hätten mit Kleinstkrediten von zehn Euro ihre Geschäftsideen realisiert. Dabei gehe es zum Beispiel um den Aufbau einer Schneiderei oder den Verkauf von Hühnern. „Durch diese Hilfe zur Selbsthilfe werden die Eigeninitiative, das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der Menschen gestärkt“, ist Sandkuhl überzeugt. Über die NWZ -Weihnachtsaktion 2008 mit dem Titel „Ghanas Kinder brauchen starke Eltern“ waren 140 000 Euro zusammengekommen.

Die pensionierte Kinderärztin Marta Binder ist über ihren Sohn Jan zu Opportunity International Deutschland gekommen. Er hat für die Stiftung gearbeitet und war zuletzt Pressesprecher. 2011 kam er bei Filmaufnahmen in Ghana mit 31 Jahren ums Leben. Ihren Einsatz für die Bildung in dem afrikanischen Land sieht Marta Binder als Vermächtnis ihres Sohnes an.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

„In Ghana gibt es zwar eine Schulpflicht, dennoch können viele Kinder nicht lesen und schreiben, weil die Versorgung schlecht ist“, meinte Binder. Sie unterstützt die Gründung privater Schulen. „Die Gründung einer Schule kostet 2500 Euro.“ Für den laufenden Betrieb der Ganztagsschule bezahlen die Eltern Schulgeld. „Das funktioniert, weil die Eltern eine Verpflichtung gegenüber der Schule eingehen und eine Erwartung an ihre Kinder stellen“, erklärte Binder. In diesen Schulen sei die Alphabetisierungsquote deutlich höher als in den staatlichen Schulen. Und Binder ist von der Nachhaltigkeit überzeugt: „Eine alphabetisierte Mutter wird immer dafür sorgen, dass ihre Kinder später auch lesen und schreiben können.“

Seit 2013 ist Marta Binder Tausende Kilometer für mehr Bildung in Ghana geradelt. So habe sie 62 000 Euro sammeln können. In dem afrikanischen Land hätten bislang 80 private Schulen für 20 000 Kinder gegründet werden können.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.