GANDERKESEE Die Vögel zwitschern, Sonnenstrahlen lugen durch die noch kahlen Baumkronen, auf einer Lichtung galoppieren vier aufgeschreckte Rehe davon – so präsentierte sich am Montagabend das einstige Militärgelände in Schlutter, auf dem sich das Delmenhorster Fuhrunternehmen Paul Walter ansiedeln möchte. Die Zuschauer des Naturschauspiels: Die Ganderkeseer SPD-Gemeinderatsfraktion und Mitglieder des Ortsvereins Schlutter-Holzkamp-Hoyerswege, die sich unter der Führung von Investor Martin Walter ein Bild von den Örtlichkeiten machen wollten.

Walters Vorhaben, auf dem insgesamt 14 Hektar großen Areal eine Anlage zum Bauschutt-Recycling, einen Fuhrbetrieb sowie eine Annahme für Baum- und Strauchschnitt zu betreiben, sorgt nicht nur bei einem Großteil der Anwohner Schlutters für Unmut. Auch die Ganderkeseer Grünen, der Nabu und ein Teil der SPD-Fraktion sehen nicht ein, warum für die Gewerbeansiedlung, wie im Bebauungsplan vorgesehen, bis zu acht Hektar Wald fallen sollen.

„Uns ist eine sachliche Diskussion wichtig“, betonte Ortsvereinsvorsitzender Enno Vosteen beim Ortstermin am Montag. Bei Walter bedankte er sich für dessen Gesprächsbereitschaft und die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von den Örtlichkeiten zu machen.

Die Verunsicherung der Dorfbewohner fasste Anwohner Dieter Coldewey zusammen: „Wir sind nicht damit einverstanden, dass ein 40 bis 50 Jahre alter Wald auf einer Fläche von acht Hektar für ein Gewerbegebiet gefällt wird!“ Wenn der Bebauungsplan erst aufgestellt sei, könnten andere Betriebe folgen. Durch die vorgesehene Zuwegung des Betriebes zum Kreisverkehr an der B 213 fürchte man zudem eine Zunahme des Auto- und Kleinlasterverkehrs in Schlutter, erklärte Coldewey.

Ralf Eilers, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, machte erneut deutlich, dass die Gewerbeansiedlung für ihn außer Frage steht. Er bezeichnete es als „für den Bürger nicht nachvollziehbar“, einerseits von Klimaschutz und Naherholung zu sprechen, und dann einem Gewerbegebiet acht Hektar Wald zu opfern.

Beim Rundgang über das Gelände erläuterte Walter sein Vorhaben und lud die Beteiligten in seinen Betrieb in Delmenhorst ein, um sich ein Bild von der dort bereits betriebenen Anlage zum Bauschutt-Recycling zu machen.

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Weiter berichtete Walter, zeitnah keinen Kahlschlag zu beabsichtigen. „Acht Hektar liegen im Bebauungsplan – das heißt nicht, dass wir die ganzen acht Hektar morgen brauchen“, stellte er fest. Etwa „die nächsten zehn Jahre“ werde das Unternehmen mit der rund fünf Hektar großen Fläche am nördlichen, Schlutter abgewandten Ende des Areals auskommen, die größtenteils bereits freiliege.

SPD-Fraktionschef Werner Brakmann appellierte abschließend an seine Fraktionskollegen, Walters Angebot nachzukommen und sich die Anlage in Delmenhorst anzusehen.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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