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GANDERKESEE Für Hans-Hermann Sandkuhl steht eins fest: „Die Mitarbeiter sind zufriedener. Und zufriedene Mitarbeiter machen bessere Arbeit.“ Auch wenn der Ganderkeseer Unternehmer zunächst Zeit, Arbeit und Geld investieren musste, zahle sich Gesundheitsvorsorge im Betrieb aus. Am Montag ist die Tischlerei an der Dehlthuner Straße – als erster Betrieb niedersachsenweit – zum zweiten Mal mit dem Gesundheitssiegel der IKK ausgezeichnet worden. Auch bei der ersten Auszeichnung 2005 war Sandkuhl der erste Betrieb im Land – ein gutes Dutzend folgten.

Thema wenig beachtet

Immer noch werde dem Thema betrieblicher Gesundheitsschutz aber zu wenig Beachtung geschenkt, beklagt Hartmut Günnemann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Delmenhorst/Oldenburg-Land. „Langfristig werden die Betriebe aber nicht umhinkommen, sich damit zu beschäftigen“, meint Günnemann mit Blick auf den demografischen Wandel. Auch der Gesundheitsschutz sei beim Werben um Fachkräfte ein nicht zu vernachlässigendes Pfund, mit dem Betriebe wuchern könnten. Nicht zu vernachlässigen sei auch, dass Arbeitnehmer künftig länger im Arbeitsleben stehen würden.

Freiwillige Rückenschule

Bei Sandkuhl hätten Geschäftsleitung und Mitarbeiter den betrieblichen Gesundheitsschutz in vorbildlicher Weise bereits umgesetzt, lobt IKK-Geschäftsführer Jens Bialek. So können die Mitarbeiter auf freiwilliger Basis nicht nur einmal wöchentlich eine Rückenschule besuchen. Als technische Hilfsmittel wurden auch sechs Hubtische angeschafft, an denen die 22 Mitarbeiter aus der Fertigung ihre Aufgaben rückenschonend erledigen können. Trotz aller Fortschritte bleibe bei erreichten 103,5 von 140 möglichen Punkten noch Luft zur weiteren Verbesserung, motiviert Bialek gleich zum Weitermachen. Denn: „Uns als Krankenkasse ist besonders an der Nachhaltigkeit gelegen.“

Zumal 500 Euro pro Mitarbeiter jährlich steuerlich absetzbar seien, wie Anne-Marie Glowienka betont. Die Physiotherapeutin und Referentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus Dötlingen begleitet den Weg zum gesunden Betrieb bei Sandkuhl seit der ersten Auszeichnung. Waren es im ersten Durchgang vor allem Muskel- und Skeletterkrankungen, soll jetzt ein Schwerpunkt im Bereich Stress und Stressabbau gelegt werden. Denn dieses Krankheitsbild rücke gerade auch im Handwerk immer mehr in den Vordergrund.

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Krankenstand gesunken

Für Sandkuhl jedenfalls rechnet sich das Engagement auch betriebswirtschaftlich. Und das nicht nur, weil er durch das bis 2012 gültige Gesundheitssiegel von der IKK Arbeitgeberanteile zur Krankenversicherung erstattet bekommt. Auch der Krankenstand habe sich deutlich verringert, die Produktivität sich mithin gesteigert. Über mehrere Jahre habe der Krankenstand aufgrund von Skeletterkrankungen auf Null gesenkt werden können, so der zweite Geschäftsführer Carsten Wichmann.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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