Frage: Herr von Seggern, bei welchen Aktionen waren Sie dabei?

Von Seggern: Ich war in Oldenburg, Hamburg und Berlin auf den zentralen Demos mit dem Trecker. Aber auch bei Meiners in Hatterwüsting und bei Marco Meyer in Harbern und heute bei einer Aktion in den Niederlanden war ich vor Ort. Wir nutzen die Gelegenheiten, mit den Politikern und der Bevölkerung direkt ins Gespräch zu kommen.

Frage: Warum haben Sie an den Aktionen teilgenommen?

Von Seggern: Das, was im Moment in der Politik abläuft, ist für uns Landwirte existenzbedrohend. Es werden Regularien formuliert, die uns das Wirtschaften erschweren bis unmöglich machen. Diese Maßnahmen treffen uns hart und wir wollen das nicht einfach so hinnehmen. Wir sind bereit für gesellschaftlich geforderte Veränderungen – sie dürfen aber nicht mit den politischen Entscheiden sich wechselseitig aushebeln.

Als Beispiel möchte ich das Tierwohl nennen. Wir können unseren Tieren noch mehr Platz anbieten – dafür müssen aber Veränderungen an den Stallungen vorgenommen werden. Dem steht zum Beispiel in Teilen das Bauordnungsrecht mit allen Nebenbestimmungen und Anforderungen entgegen.

Frage: Sie wollen also mitreden?

Von Seggern: Ja, wir müssen unsere Meinung und Angebote an die Politik und Gesellschaft kundtun. Wenn wir jetzt nicht agieren, dann kann es zu spät sein für die Zukunft unserer landwirtschaftlichen Betriebe.

Frage: Was war es für ein Gefühl, Teil dieser Bewegung zu sein?

Von Seggern: Das Gefühl war unbeschreiblich und sehr emotional. Wir Landwirte haben noch nie so zusammengehalten, wie derzeit. Es geht um die Sache – um unsere gemeinsame Landwirtschaft hier vor Ort, letztlich aber in ganz Deutschland. Ich habe den Zusammenhalt der Landwirte gespürt. So etwas habe ich vorher noch nie erlebt.

Frage: Wie war die Reaktion der Bevölkerung?

Von Seggern: Wir haben sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung bekommen. Viele haben mit den Daumen hoch gezeigt oder uns gewunken. Der Zuspruch tut gut und bestärkt uns im Handeln.

Frage: Welche Aktionen sollen jetzt folgen?

Von Seggern: Wir wollen weiter mit den Politikern und der Bevölkerung ins Gespräch kommen. Das wird an unterschiedlichen Stellen und immer wieder spontan stattfinden.

Frage: Was bleibt Ihnen am meisten im Gedächtnis?

Von Seggern: Es sind die Menschen, die an den Strecken standen und uns gewunken haben. Kinder wie Erwachsene. Da bekommt man Gänsehaut. Leider haben einige Medien nicht richtig berichtet. Falschmeldungen wie, wir seien gegen Umweltschutz, stimmen nicht! Wir protestieren dafür, dass mit uns gemeinsam praxistaugliche Grundlagen erarbeitet werden. Dann haben wir alle gemeinsam eine gute Zukunft.

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