HUDE Ein Thema, das vielen Eltern unter den Nägeln brennt, wurde am Dienstagabend im Kulturhof in gemütlicher Atmosphäre in Angriff genommen: „Unsere Kinder – immer online?“ lautete das Motto des 2. Huder Elterndinners. Präventionsbeauftragte Birgit Lohmann-Liebezeit hatte eingeladen. Sebastian Nitsch und Maria Rüschendorf referierten.

Polizeikommissar Nitsch, Präventionssachbearbeiter in Wildeshausen, bewies anhand von Statistiken, was eigentlich alle schon wussten: die Nutzung des Internets ist in den vergangenen zehn Jahren stetig angestiegen. Der Anteil der jugendlichen Nutzer liegt mittlerweile bei 97 %. Fundiert und eindringlich erläuterte Nitsch, wie leicht Kinder beim Surfen ungewollt und ungehindert Zugriff auf nicht altersgerechte Texte und Bilder bekommen. Mehr als 300 Millionen Webseiten zeigen Inhalte, die nicht geeignet sind für Jugendliche, deren Alterserfassung aber allzu leicht zu umgehen ist. Teilweise gebe es keinerlei Prüfungsverfahren, so der Medienexperte.

Kein Wunder ist es daher, wenn sich verantwortungsvolle Eltern und Erziehungsberechtigte immer mehr mit dem Thema „Medienkompetenz“ von Jugendlichen beschäftigen. Als besonders informative Internetseite empfiehlt Nitsch die Seite www.klicksafe.de.

Maria Rüschendorf von der Fachstelle Sucht der Diakonie für den Landkreis Oldenburg knüpfte am Thema „Computerspiele“ an. Immerhin 18 % der jugendlichen Internet-Nutzer setzen sich zum Spielen an ihren PC. Für die Suchtberatungsstelle ist das Thema Computersucht noch relativ neu, so Rüschendorf, aber eine Untersuchung bei 15 200 Jugendlichen aus dem neunten Schuljahrgang zeige, dass dem Phänomen in Zukunft mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Die Untersuchung zeige, dass 4,7 Prozent der Jungen suchtgefährdet sind, 3 Prozent können schon als abhängig bezeichnet werden. Bei Mädchen sind die Zahlen deutlich geringer, nur 0,5 % gelten als gefährdet, 0,3 % als abhängig.

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Insbesondere die Online-Computer-Spiele würden von Jungen bevorzugt, denn in der virtuellen Welt werden emotionale Grundbedürfnisse erfüllt, die der Jugendliche in der realen Welt oft nicht bekäme. Und hier sei es wie bei der Alkoholsucht: erst einmal erfährt der Spieler eine positive Wirkung.

Bei dem sich anschließenden Elterndinner hatten die Erwachsenen Gelegenheit, sich über das Gehörte zu unterhalten und Fragen zu stellen. Sie waren aber auch aufgefordert, über ihre eigene Computernutzung nachzudenken. Fast jeder Erwachsene gab zu, sich selber auch öfter dabei zu ertappen, länger vor dem PC zu sitzen als geplant – sei es beim Online-Shoppen oder dem Planen der nächsten Reise. Es wurde lange diskutiert, wann man das Verhalten als „gesteigertes Interesse“ abtun kann und wann ein Abhängigkeitsverhältnis beginnt. Weitere Infos gibt es bei Maria Rüschendorf unter Telefon  04431/29 64.

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