Landkreis /Wildeshausen Den Sprung ins Wasser per Smartphone festhalten, die planschenden Kinder mit dem Tablet fotografieren: Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne lacht, bieten sich Erinnerungsfotos im Freibad an. Aber nicht jedem Besucher gefällt. Die NWZ fragte bei mehreren Bädern nach, welche Regelungen gelten.

 Freibad Ganderkesee

Das Fotografieren sei im Ganderkeseer Freibad nicht gestattet, erklärt Schwimmmeister Dennis Brzoska. Schließlich sei im Freibad viel nackte Haut zu sehen. Badleiter Henry Peukert bestätigt dies, versteht aber die aktuelle Aufregung über das Thema nicht. „Natürlich schreiten wir ein, wenn sich Gäste beschweren“, betont Peukert, aber: „Wenn das in den letzten Jahren ein Mal vorgekommen ist, dann ist das schon viel!“ Gleichzeitig bleibt der erfahrene Baldeiter, der auch schon die Berliner Bäder führte, auch realistisch: „Ein generelles Fotografierverbot ist nicht durchsetzbar und auch nicht zeitgemäß.“

Zwar seien Ideen wir Kamera zukleben „ganz nett“, aber im Endeffekt gehörten Smartphones mit Kameras heutzutage zum Alltag. Und in den meisten fällen seien Fotos auch nicht störend. „Jugendliche fotografieren sich ständig gegenseitig und wer will es den Eltern verdenken, wenn sie ein Foto vom ersten Kopfsprung ihres Kindes machen?“ Das ändere aber nichts daran, dass das Personal sofort reagiert, wenn Gäste sich beschweren, betont Peukert.

So viel Verständnis und Augenmaß auf den Liegeflächen auch immer gelten mag: „Fotos im Dusch- oder Umkleidebereich sind absolut tabu“, stellt Peukert energisch fest. „Da greifen wir sehr hart durch.“ Gerade wenn andere fotografiert werden, würde sofort die Polizei hinzugezogen und den Fotografen Hausverbot erteilt.

 Krandelbad

Fotografieren ist in dem Wildeshauser Freibad nicht erlaubt. Dabei weiß Krandelbad-Betriebsleiter Marcel Buller, dass es schwierig ist, dieses Verbot im Auge zu behalten. „Im Freibad ist es eine unübersichtliche Situation.“ Die Fälle häuften sich allerdings: Buller habe beobachtet, dass immer öfter Badegäste zur Kamera greifen. „Viele wissen nicht, dass das Fotografieren im Freibad verboten ist“, schätzt Buller. Zumindest ein Schild im Krandelbad weist auf das Verbot hin.

Wartungen fast beendet

Einmal im Jahr müssen in einem Hallenbad Wartungen vorgenommen werden – so auch im Krandelbad in Wildeshausen. Unter anderem wird das Wasser vom Gesundheitsamt auf Chlorgehalt, Temperatur und pH-Wert kontrolliert. Auch Renovierungsarbeiten werden vorgenommen.

Ab Samstag, 15. Juli, öffnet das Hallenbad wieder.

 Rosenfreibad

Auf das Thema Fotografieren in Freibädern angesprochen, wirkt Fachbereichsleiter Ingo Fichter entspannt. „Wir sind da noch ganz unbürokratisch.“ Im Rosenfreibad in Harpstedt sei das Fotografieren bisher noch nicht groß Thema gewesen. Es komme natürlich auf die Situation an, fährt Fichter fort. „Wenn jemand nur seinen Enkel fotografiert, dann macht das nichts. Wenn aber viele andere Leute noch zu sehen sind, ist das Fotografieren nicht erlaubt.“

 Naturbad Hude

Das Fotografieren ist dort erlaubt – aber mit Einschränkungen. Darauf werde auch mit einem Schild im Naturbad Hude hingewiesen, erklärt Saskia Hartmann, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Bildung und Gesellschaft der Gemeinde Hude.

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 Freibad Kirchhatten

Ein Fotografier-Verbot gebe es im Freibad Kirchhatten nicht, so Betriebsleiter Thorsten Arians. Trotzdem achte man darauf, dass Besucher nicht gegen ihren Willen fotografiert werden. Unterwasseraufnahmen seien hingegen generell verboten.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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