Hude /Vielstedt Er war schon ein Original mit seinem trockenen Humor und seiner großen Heimatverbundenheit: Im Alter von 78 Jahren ist am Sonntag der Seniorchef des Vielstedter Bauernhauses, Gastwirt und Serviermeister Wilfried Strackerjan, gestorben.

Strackerjan wusste die Menschen mit seinen Sprüchen und Döntjes und seiner bestimmten, aber freundlichen Art zu begeistern, gerade auch für die Heimatgeschichte, die sein großes Hobby war.

Legendär sind seine „Klönschnacks“ am Herdfeuer, zu denen er früher fast wöchentlich Gäste begrüßte. Besonders am Herzen lag dem „Vielstedter Jung“ das von seinem Vater Ernst im Jahr 1936 gegründete Heimatmuseum, das er nach dem Brand 1983 wieder mit aufbaute.

Wilfried Strackerjan war ein Sammler. Das war seine Leidenschaft, ob es um historische Gerätschaften ging oder um Bilder von Heimatmalern. Er hatte ein unheimliches Geschichtswissen, und das gab er gerne auf seine besondere Art an die Menschen weiter, die das Museum besuchten, berichtet sein Sohn Christian, der mit seinen Schwestern Katrin und Sylke um den Vater trauert, wie auch die ganze Familie, Freunde und Weggefährten.

Wilfried Strackerjan war Gastwirt aus Leidenschaft, immer wieder offen für neue Ideen. Er führte eine plattdeutsche Speisekarte ein. Viele Gäste kamen sonntags nur wegen des Schinkenbrots, das bei Strackerjan serviert wurde. Der Gastronom engagierte sich in vielen örtlichen Vereinen, war auch im Vorstand des Hotel-und Gaststättenverbandes lange Jahre aktiv.

Wilfried Strackerjan wuchs in Vielstedt auf, ging hier auch zur Schule. Er machte eine Lehre als Kellner auf dem Flughafen Bremen, später wurde er Serviermeister.

Im Haus am Meer in Bad Zwischenahn lernte er seine spätere Frau Ilse kennen, die dort Köchin gelernt hatte.

1965 heirateten Strackerjans in Hude. Sie stiegen in den elterlichen Betrieb in Vielstedt mit ein, der zu der Zeit nicht nur Gaststube war, sondern auch Bäckerei und Kolonialwarenhandlung. Das Bauernhaus wurde nach und nach zu einem beliebten Ausflugslokal ausgebaut.

Nach dem Tod von Ernst Strackerjan unterstützten Ernst und Ilse Strackerjan dessen Witwe Christa Strackerjan im Gastronomiebetrieb. Wilfried Strackerjans Frau starb schon 1995, seine Mutter Christa 2009. Danach führte Wilfried Strackerjan das Gasthaus und den Museumsbetrieb allein. Er wohnte über der Gaststube und war immer präsent, erinnert sich Sohn Christian, der als Küchenmeister vor einigen Jahren einen Teil der Verantwortung übernahm.

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Jetzt tritt das Vielstedter Urgestein Wilfried Strackerjan seine letzte Reise an. Es wäre sicherlich eine Beerdigung unter großer Anteilnahme der Bevölkerung geworden. Doch aufgrund der Coronakrise wird daraus nichts.

Die Familie hat im Sinne des Verstorbenen stattdessen vorgesehen, dass er im geschlossenen Sarg im Bauernhaus aufgebahrt wird. An diesem Mittwoch von 10 bis 17 Uhr kann jeder der möchte, einzeln Abschied nehmen. Die Trauerandacht findet am Donnerstag im engsten Kreis statt. Die Überführung nach Hude ist mit Pferd und Wagen vorgesehen – mit einer letzten Ehrenrunde durch Vielstedt.

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Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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