Hude /Nordenholz Mit dem Nordenholzer Hof habe Eigentümer Heiko Aschenbeck gemeinsam mit Geschäftsführer Michael Niebuhr eine „tolle gastronomische Visitenkarte“ für die Gemeinde Hude geschaffen. Das betonte Bürgermeister Holger Lebedinzew in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt.

„Ich freue mich über dieses Kleinod“, sagte Lebedinzew im Verlauf der Diskussion über eine erneute Änderung des Bebauungsplanes. „Was wollen wir eigentlich mehr“, forderte er die Bedenkenträger auf, „die Kirche im Dorf zu lassen“ bei ihrer Kritik an ihrer Ansicht nach zu wenigen Parkplätzen.

Was gesetzlich vorgeschrieben sei, werde auch geschaffen. „Das Baurecht sagt genau, was zu tun ist“, so der Bürgermeister.

Was kritisiert die CDU?

Der CDU ist das offenbar nicht genug. „Der Investor muss sich um Parkplätze kümmern, die sind jetzt schon nicht ausreichend“, meinte Andreas Otte (CDU).

Sein Fraktionskollege Friedrich Schnabel forderte, den städtebaulichen Vertrag mit dem Investor noch einmal entsprechend zu ergänzen. Das soll die Verwaltung nun bis zur Sitzung des Verwaltungsausschusses am 18. Januar tun.

Sandra Meyer (CDU) betonte, dass man dem Investor keine Steine in den Weg legen wolle. Aber es sei auch festzustellen, dass bei größerem Gästeansturm durch die parkenden Autos am Kreuzweg Landwirte mit größeren Geräten nicht mehr durchkämen.

Was ist geplant?

Dabei war mit der ersten Bebauungsplanänderung, die den Bau eines neuen Bettenhauses mit zwölf Apartments beziehungsweise Doppelzimmern (insgesamt 24 Betten) im rückwärtigen Bereich ermöglichen sollte, schon alles klar, auch was die Parkplatzsituation betrifft.

Jetzt muss der Plan aber noch einmal erneut öffentlich ausgelegt und die Träger öffentlicher Belange beteiligt werden. Aus einem für den Investor erfreulichen Grund: Er konnte das Nachbargrundstück mit dem alten Wohnhaus, neben dem früher mal die Nordenholzer Mühle stand, nach schwierigen Verhandlungen dazu erwerben.

Damit biete sich die Möglichkeit, das bereits geplante Bettenhaus noch weiter Richtung Süden in den Hintergrund zu setzen und nicht so dicht an das historische Ensemble aus Gasthof, Bauernhaus und Scheune.

„Durch die Zusammenführung der beiden Grundstücke stehen jetzt insgesamt knapp 6000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung“, freute sich Heiko Aschenbeck gegenüber der NWZ über diese nun sehr viel besseren Gestaltungsmöglichkeiten. Um das Gästehaus weiter nach hinten setzen zu können, muss der Bebauungsplan aber geändert werden.

Planer Michael Meier (NWP Planungsgesellschaft) stellte die Änderungen vor. Auch das jetzt zugekaufte Areal soll Mischgebiet werden. Auf Antrag der CDU wurden die textlichen Festsetzungen „allgemeine Wohnnutzung“ und „sonstige Gewerbebetriebe“ aus den Nutzungsmöglichkeiten für das zusätzliche Gebiet wieder herausgenommen. Es bleibt unter anderem aber bei den Festsetzungen „Betriebsbezogenes Wohnen“, „Schank- und Speisewirtschaft“, „Beherbergungsbetriebe“, wie im vorderen Bereich.

Die Parkplatzdiskussion wurde entfacht, weil der Planer neben dem neuen Gästehaus auch noch eine kleine Erweiterungsfläche (ca. 190 Quadratmeter) eingezeichnet hat. Friedrich Schnabel (CDU) zeigte sich „überrascht“.

Da Bebauungspläne eine lange Laufzeit hätten, sei das nur als Option für die fernere Zukunft mit aufgenommen worden, sagte dazu Heiko Aschenbeck auf Nachfrage der NWZ. Vielleicht komme das in 15 bis 20 Jahren mal zum Tragen. Der Investor blieb nach eigenen Angaben etwas ratlos zurück nach der Diskussion im Ausschuss, die er als Zuhörer mitverfolgte.

Aschenbeck ist bekanntlich auch SPD-Mann im Rat, ist an Abstimmungen zu diesem Projekt aber nicht beteiligt.

Laut Aschenbeck drängt die Zeit, da es nur noch in diesem Jahr die Möglichkeit gibt, für das Bettenhaus Zuschüsse aus Mitteln der Dorferneuerung zu erhalten.

Warum jetzt, obwohl sich an der Bettenzahl nichts ändere, der städtebauliche Vertrag noch einmal ergänzt werden solle, könne er nicht nachvollziehen. Der bisherige Vertrag beinhalte bereits alle Auswirkung des Gastronomie- und Hotelbetriebes.

Laut Aschenbeck sind zudem im Bereich der hinteren Zufahrt weitere sechs bis acht neue Parkplätze geplant. Diese allein würden schon ausreichen, bei durchschnittlicher Belegung des Gästehauses, die Autos der Übernachtenden aufzunehmen.

Warum Gästebetten?

Um den so toll gestarteten Betrieb des Nordenholzer Hofes weiterzuentwickeln, sind die Gästebetten laut Aschenbeck erforderlich. Gerade bei Hochzeitsgästen sei die Nachfrage groß. Aschenbeck will den Gastronomiestandort attraktiv und zukunftssicher gestalten, dazu gehören für ihn auch die Übernachtungsmöglichkeiten. Das Gesamtinvest liegt laut Aschenbeck bei rund 1,5 Millionen Euro.

Was sagen die Parteien?

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„Wir sollten froh sein, dass ein Investor das in Angriff nimmt. Das bringt auch Arbeitsplätze“, meinte Pascal Buntrock (FDP) in der Ausschusssitzung am Mittwoch.

„Wir sollten uns freuen über die zusätzlichen Betten“, betonte ebenfalls Peter Zwiener (SPD). Geordnete Parkplätze seien auch im Interesse des Investors, sah Zwiener keinen Anlass zu der erneuten Diskussion. Nun muss es der Verwaltungsausschuss richten.

Klaus-Dieter Derke Redakteur / Hude
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