Hude Das Blühstreifenprogramm zum Schutz von Insekten in der Gemeinde Hude soll in diesem Jahr fortgesetzt werden. Bislang hat die Gemeinde dem Landvolk jährlich 10 000 Euro zur Verfügung gestellt, um pro Hektar, der von Landwirten, Privatpersonen und Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, eine Entschädigung von 500 Euro zahlen zu können. So wurden im vergangenen Jahr zum Beispiel insgesamt 22 Hektar eingesät. Einige Unternehmen stellten Flächen auch kostenlos zur Verfügung. Insgesamt waren es 88 Parzellen, wie der stellvertretende Vorsitzende des Landvolkverbandes, Renke Dählmann, im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt berichtete.

Landwirt Dählmann, der das Blühstreifenprogramm ehrenamtlich koordiniert und bei seinen Berufskollegen und anderen Flächeneigentümern mit sehr viel Engagement dafür wirbt, steckt sehr viel Herzblut in das Projekt.

Das Engagement von Renke Dählmann sei nicht hoch genug zu bewerten, sagte Heiko Aschenbeck (SPD). Karin Rohde (Grüne) dankte Dählmann ebenfalls ausdrücklich – auch dafür, dass man vonseiten des Landvolks offen sei für Versuche, unter anderem in Sachen Mehrjährigkeit und Vernetzung der eingesäten Flächen.

Renke Dählmann betonte in der Sitzung, dass das Landvolk immer offen sei für Anregungen. „Es muss aber auch umsetzbar sein“, so Dählmann. Man arbeite intensiv an Verbesserungsmöglichkeiten, um einen besseren ökologischen Nutzen zu erzielen. „Es ist ein Lernprozess“, stellte auch Bürgermeister Holger Lebedinzew fest.

Gespräch mit Nabu Hude

Lebedinzew hatte schon im vergangenen Jahr ein Gespräch zwischen dem Landvolk und dem Huder Nabu-Ortsverband vermittelt, nachdem vom Nabu Kritik an dem ökologischen Nutzen der einjährigen Blühstreifen gekommen war. Das Landvolk habe darauf reagiert, so Dählmann, so werde zum Beispiel darauf geachtet, Blühstreifen, in denen Insekten überwinterten, durch eine angepasste Bewirtschaftung zu schonen. Nicht ganz einfach sei es, Landwirte zu überzeugen, Flächen gleich für mehrjährige Blühstreifen zur Verfügung zu stellen, die besser für die Insekten seien, wie es der Nabu forderte. Die Angst vor der Verunkrautung sei groß, sagte CDU-Ratsherr und Landwirt Wilfried Siems, der sich an dem Programm beteiligt und auch weitermachen will. „Wir riskieren das“, so Siems.

Es ist Einiges in Bewegung bei den Landwirten. Das Blühstreifenprogramm sorgt dafür, dass das Thema Insektenschutz intensiv betrachtet wird. Auch weiterhin möchte man gemeinsam nach optimalen Lösungen suchen. Renke Dählmann bedauerte in diesem Zusammenhang, dass mit der Nabu-Ortsgruppe das Miteinander nach wie vor schwierig sei. Die Zusammenarbeit werde deshalb erst einmal vonseiten des Landvolks eingefroren, erklärte er in der Ausschusssitzung. Ständige Kritik vonseiten des Nabu sei demotivierend und belastende. Auf Nachfrage der NWZ betonte er am Donnerstag aber auch, dass das kein dauerhafter Zustand bleiben müsse und man versuchen sollte, von beiden Seiten aufeinander zuzugehen.

Stufenmodell angedacht

Ausdrücklich begrüßt wurde von Dählmann, dass der Ausschuss am Mittwoch empfohlen hat, zu den 10 000 Euro für die Entschädigungszahlungen weitere 6000 Euro zur Verfügung zu stellen. Diese Bitte hatte der Nabu Hude eingebracht, um die hohen Kosten für sogenanntes Regio-Saatgut für mehrjährige Flächen finanzieren zu können.

Dort, wo Landwirte dazu bereit sind, wird das mehrjährige Saatgut eingebracht. Dieses kostet bis zu 800 Euro pro Hektar, wie Dählmann berichtete. Auch werde derzeit darüber beraten, ob es für mehrjährige Flächen höhere Ausgleichszahlungen geben sollte. Dählmann sprach von einem „Stufenmodell“.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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