Hude Eine Einschränkung von Kies- und Schottergärten in künftigen Bebauungsplänen: Das sollte auf Antrag der Huder FDP-Fraktion geprüft werden. Auch über ein Verbot von reinen Kies- und Schottergärten könnte nachgedacht werden.

Darum ging es nun am Mittwoch im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt. Statt Einschränkung oder Verbot gab es jedoch einen anderen Beschlussvorschlag: Die Verwaltung will ein Informations- und Beratungsangebot zum Thema Kies- und Schottergärten erarbeiten.

Marlies Pape, Fraktionsvorsitzende der FDP, bekräftigte jedoch noch einmal den Antrag: Dem Trend zur naturfernen Gartengestaltung müsse Einhalt geboten werden. Dazu solle es Regelungen in Bebauungsplänen geben. Pape verwies zudem auf eine Regelung der Niedersächsischen Bauordnung, nach der Vor- und Hausgärten überwiegend als Grünflächen angelegt werden müssen.

Landkreis ist zuständig

Vonseiten der Verwaltung hieß es dazu jedoch, dass die Gemeinde nicht tätig werden könne. Zuständig dafür wäre die Baubehörde, also der Landkreis, so Fachbereichsleiterin Martina Schneider. Und der verfolge dies in der Regel nicht. Daher befürchtet die Verwaltung, dass eine Einschränkung oder ein Verbot lediglich zu Ärger in Nachbarschaften, nicht aber zu einem Umdenken führen würde.

Stattdessen sollen Menschen, die bauen wollen, entsprechende Informationen bekommen. Eventuell könnten auch zusammen mit dem Nabu Veranstaltungen geplant werden. Denn es gehe häufig darum, dass die Pflege des Gartens nicht so aufwendig sein solle. Das sei jedoch auch zum Beispiel mit dem Pflanzen von Stauden oder Sträuchern zu erreichen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßte den Antrag der FDP. Eine Einsetzung im Bebauungsplan sei eine klare Vorgabe und somit praktikabel für diejenigen, die bauen wollen, begründete Kirsten Neuhaus.

Auch die SPD unterstützt den FDP-Antrag, so Ulrike Janz-Janzen. Öffentlichkeitsarbeit sollte mit einer Festsetzung von Grünflächen kombiniert werden.

Karin Rohde (Bündnis 90/ Die Grünen) verwies darauf, dass jeder Grund- und Bodenbesitzer Verantwortung habe. „Es muss weniger versiegelt werden“, betonte sie. Der Nabu sei dafür eine gute Adresse.

Peter Zwiener (SPD) verwies darauf, dass ein Informations- und Beratungsangebot gezielt eingesetzt werden könnte. Wenn es zum Beispiel neue Baugebiete gebe, könnte man diese Angebote in Versammlungen mit einbringen.

Vielfältige Gärten

Dass Aufklärung der richtige Schritt sei, darauf verwies Dirk Vorlauf (CDU). Festsetzungen nützten nichts, wenn die Überzeugung nicht dahinterstehe. Die Bevormundung dürfe nicht zu weit gehen, warf sein Fraktionskollege Wilfried Siems ein. Die Gartengestaltung in Hude sei vielfältig und in verschiedensten Formen angelegt. Solange es nicht ausufere, spräche nichts gegen Kies- und Schottergärten, wenn sie jemandem gefielen.

Der Empfehlung der Verwaltung, ein Informations- und Beratungsangebot zu erarbeiten, stimmte der Ausschuss zu. Es wird noch einmal Thema sein im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss am 19. September.

Manuela Wolbers Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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