Hude /Lintel Sie summen, brummen, krabbeln, kriechen und hüpfen in diesen kleinen Oasen herum. Und von diesen bunten Lebensräumen gibt es in der Gemeinde Hude mittlerweile eine ganze Menge. Im Zuge des im zweiten Jahr aufgelegten Förderprogramms der Gemeinde Hude zum Insektenschutz sind stolze 22 Hektar wiederum mit einer speziellen Blühstreifenmischung angesät worden.

Was da an Insekten und anderen Tieren so alles unterwegs ist und welche Blühpflanzen sich in diesem sehr trockenen Jahr gut entwickelt haben, das ließen sich am Donnerstagnachmittag Mitglieder des Huder Rates vom Pflanzenbauberater im Ruhestand, Jan Juister, während einer Radtour erklären.

Juister ist an der Entwicklung des Rundweges „Bunter Lehrpfad“ des Landvolks beteiligt, der ab dem Vielstedter Bauernhaus ausgeschildert ist. Als Gästeführer ist er gerne bereit, Interessierten das Projekt näher zu bringen.

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Bunter Lehrpfad durch Hude

An vielen Stationen kann man aber auch ohne Führer auf Infotafeln mehr erfahren über das, was Landwirte und auch Privatleute auf ihren Flächen getan haben, um Lebensräume für die vielen bedrohten Insektenarten zu schaffen. Und nicht nur für diese, sondern auch für Vögel, Echsen, Frösche und viele Tiere mehr, die sich in solchen Arealen wohlfühlen und Nahrung finden.

Und Leben herrscht in den Blühstreifen zuhauf. Das weiß Landwirt Renke Dählmann aus Lintel. Er koordiniert in seiner Freizeit mit viel Herzblut das Blühstreifenprogramm in der Gemeinde. Alle angesäten Flächen hat er digital erfasst. So könne man auch sehr schnell schauen, ob sich an der einen oder anderen Stelle eine ökologisch sinnvolle Vernetzung von Nachbarflächen mit wenig Aufwand ermöglichen lasse. Flächen in der Gemeinde Hude sind zudem an einem Forschungsprojekt der Leuphana-Universität Lüneburg beteiligt.

Dählmann schaut gerne mal, was da so alles los ist, in seinen Blühstreifen. Er weiß, dass das mittlerweile auch viele Kollegen tun, die sich an dem Programm beteiligen. „Wir haben als Landwirte dazugelernt. Es gibt ein ganz anderes Bewusstsein“, sagt Dählmann. Man lerne voneinander. „Nur so geht das. „Wir sind immer offen für Anregungen und Kritik“, erklärt der Linteler Landwirt. Man könne ihn gerne direkt ansprechen.

Wie Verbesserungen möglich sind

Dählmann weiß, dass es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Thema ist zum Beispiel auch das mehrjährige Anlegen von Blühstreifen oder die Zusammensetzung des Saatgutes. Das wird gerade in Zusammenarbeit mit der Uni Lüneburg untersucht.

Die Blühpflanzenmischung (u. a. Malve, Phacelia, Buchweizen, Senf, Kornblume und Sonnenblume) wird derzeit vom Biotopfonds der Jägerschaft zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde zahlt pro Jahr und Hektar eine Entschädigung von 500 Euro an Landwirte und auch private Grundstückseigentümer, die sich beteiligen. 10 000 Euro stehen dafür in diesem Jahr wieder zur Verfügung. Wie es im nächsten Jahr weitergeht, muss die Huder Politik entscheiden.

Es laufe alles sehr unbürokratisch mit der Beantragung der Förderung, sagt Renke Dählmann. Diese Flexibilität sei wichtig, um eine große Akzeptanz bei den Grundstückseigentümern zu erhalten, so der Kreislandvolk-Geschäftsführer und Ratsvorsitzende in Hude, Bernhard Wolff.

Die Landwirte machen sich viele Gedanken. Über ein „Stufenmodell“ oder die gezielte Herausnahme von Flächen für den Insektenschutz, zum Beispiel auch für mehrere Jahre in Folge, weil das ökologisch Sinn mache. „Wir werden uns im Herbst zusammensetzen“, so Dählmann.

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
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