Hude /Landkreis Zu den erfolgreichen Projekten der Naturschutzstiftung Landkreis Oldenburg gehörte in den vergangenen 25 Jahren das Artenhilfsprogramm für den Steinkauz. Mehr als 400 Nisthilfen wurden von der Naturschutzstiftung gebaut und aufgehängt, mehr als 20 Feld- und Weideschuppen hergerichtet als beliebte Brutstätte für die kleinsten in Deutschland brütenden Eulen. Der Erfolg blieb nicht aus. Gab es 1998 nur noch fünf bekannte Steinkauz-Paare im Landkreis, waren es im Jahr 2015 schon 93 Paare.

Das ist auf einer der Info-Tafeln nachzulesen, die in der neuen Wanderausstellung der Naturschutzstiftung zu sehen ist. Auf das 25-jährige Bestehen, das die Stiftung im vergangenen Jahr gefeiert hat, folgt in diesem Jahr die Wanderausstellung, die in allen Rathäusern im Landkreis über die Stiftung und ihre Arbeit für den Naturschutz informiert. Erste Station ist jetzt für sechs Wochen das Rathaus in Hude.

Klimawandel

„Alle Aktionen, die dem Naturschutz dienen, sind zuallererst zu begrüßen“, sagte zur Eröffnung Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew. Er verwies auf den Klimawandel, der gefühlt zumindest dafür sorge, „dass wir die vier Jahreszeiten, die wir als Kinder noch hatten, jetzt nicht mehr haben.“ Lebedinzew nannte das Insektensterben als ein Beispiel. Es sei wichtig, dass viele ihren Beitrag leisteten, damit es besser werde. Es gehe dabei um einen gesamtgesellschaftlichen Dialog. Lebedinzew lobte deshalb die Naturschutzstiftung, die in ihrem Beirat alle gesellschaftlichen Gruppen dabei habe.

Alle Akteure im Boot

Alle Akteure, die auch durchaus eine unterschiedliche Sicht auf das Thema hätten, machten mit.

„Wir wollen Naturschutz mit allen und keine Fronten aufbauen“, betonte Baudezernentin Eva-Maria Langfermann vom Landkreis Oldenburg. Naturschutz sei ein schwieriges Thema, aber mit der Naturschutzstiftung gelinge es in der Regel, einen Konsens hinzubekommen.

Besonders toll sei, dass die Stiftung aus den vielen Projekten lebe, die von Ehrenamtlichen aus dem Beirat getragen würden.

Vor 25 Jahren ist die Stiftung von Eilert Tantzen und Bernd Lögering initiiert worden. Auch wenn es derzeit kaum Zinserträge gebe, so laufe es trotzdem sehr gut, erklärte Kuratoriumsvorsitzender Michael Feiner. Dank zahlreicher Spender und Förderer könnten Projekte umgesetzt werden. Im vergangenen Jahr, dem Jubiläumsjahr, waren gleich 25 Aktionen in fast allen Gemeinden des Landkreises, mit denen die Stiftung auf sich aufmerksam machte.

Und auch im Jahr danach will die Stiftung ihre Öffentlichkeitsarbeit mit der Wanderausstellung fortführen.

Wenig Text

Wenig Text und viele Bilder finden sich auf den zehn Stelltafeln. So könnten sich Betrachter in kurzer Zeit ein Bild von der Arbeit der Stiftung machen, sagte Feiner am Dienstag bei der Eröffnung in Hude.

Diese Eule, die der Dötlinger Künstler Erich Maser geschaffen hat, empfängt die Besucher der Ausstellung BILD: Stiftung

Die Aufgaben der Naturschutzstiftung Landkreis Oldenburg

Laut Satzung verfolgt die Naturschutzstiftung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Diese werden laut Stiftung unter anderem verwirklicht durch folgende Aktivitäten:

Öffentlichkeitsarbeit im Umweltbereich: Die Stiftung verleiht zum Beispiel jährlich einen oder mehrere Umweltschutzpreise.

Förderung und Durchführung beispielhafter und umweltfreundlicher Bewirtschaftungspraktiken auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen: Die Stiftung hat zum Beispiel hinsichtlich des Wiesenbrüterschutzes über mehrere Jahre verschiedene Bewirtschaftungszeitpunkte untersuchen lassen.

Pachtung und Ankauf ökologisch wertvoller Flächen: Die Naturschutzstiftung hat zum Beispiel im Rahmen des Almsweg-Wasserzug-Projektes diverse Flächen für späteren Tausch mit den betroffenen Landwirten angekauft.

Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes: Mit ihrem Waldprogramm trägt die Stiftung maßgeblich zur Verbesserung des Naturhaushaltes bei.

Umweltbildung: Die Naturschutzstiftung arbeitet im Bereich Umweltbildung mit den „Regionalen Umweltbildungszentren für den Landkreis Oldenburg und die Stadt Delmenhorst“ in Hollen und Huntlosen zusammen.

Die Stiftung bestreitet ihre Maßnahmen und Projekte aus den Zinserträgen des Stiftungsvermögens, aus Spenden sowie aus anderen Zuwendungen.

Die Geschäftsführung der Naturschutzstiftung wird im Amt für Naturschutz und Landschaftspflege wahrgenommen. Geschäftsführer ist Bernd Lögering. Die Geschäftsstelle betreut Torsten Kröger.

Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung ist Michael Feiner aus Großenkneten, seine Stellvertreterin Dr. Heike Burghardt aus Hatten. Weitere Mitglieder des Kuratoriums sind: Hilko Finke, Hude; Gerold Heidler, Hatten; Patrick Scheelje, Wildeshausen; Hajo Suhr, Wardenburg; Günter Westermann, Ganderkesee; Landrat Carsten Harings/Erster Kreisrat Christian Wolf. Als beratendes Mitglied nimmt zudem Werner Knoop, als Vorsitzender des Beirates, an den Kuratoriumssitzungen teil. Im Beirat sind vom Naturschutzbund Nabu bis zum Kreislandvolk viele Akteure aus der Region vertreten.

Mehr Infos über die Stiftung unter www.oldenburg-kreis.de/2414.html

Klaus-Dieter Derke Hude / Redaktion Hude
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.