Hoykenkamp Fährt man von Elmeloh „Auf dem Hohenborn“ in Richtung Hoykenkamp, fällt einem die etwas höher gelegene Kfz-Werk­statt von Christian Kruse ins Auge. „Alles was stinkt und qualmt ist meins“, lächelt Christian.

Autos sind sein Leben und das schon seit seiner Kinderzeit. Man mag es kaum glauben, aber mit sechs Jahren fuhr der kleine Christian eigenhändig ein Auto auf einem Feldweg. Gerne war er auch auf dem Bauernhof seines Onkels in Schönemoor, denn hier durfte er Trecker fahren. Neben Auto und Trecker gab es für Christian noch eine Leidenschaft und das war und ist der Fußball.

„Eigentlich ist in meinem Heimatort Hoykenkamp Handball angesagt, aber hier bin ich völlig talentfrei“, gibt Christian zu. Seit seinem achten Lebensjahr spielte er aktiv Fußball. Zunächst beim VfL Stenum, dann in Bookholzberg und die letzten Jahren bei den „Oldies“ und hier wieder beim VfL Stenum. „Gerne hätte ich noch aktiv gespielt, aber mein Knie sagt nein.“ Heute feuert er seine ehemaligen Mannschaftskollegen von der Tribüne aus an. Wenn es die Zeit erlaubt, ist er auch gerne im Bremer Weserstadion, um auch seinen Lieblingsverein, den SV Werder Bremen, zu unterstützen. Sport war neben Mathematik auch sein Lieblingsfach in der Schule. Ansonsten war die Schulzeit für ihn eher ein notwendiges Übel.

Für Christian stand schon immer fest: „Ich werde Kfz-Mechaniker.“ In einer Delmenhorster Autowerkstatt absolvierte er seine Ausbildung. „Lehrjahre sind eben keine Herrenjahre“, dieser Spruch passte auch zu meiner Ausbildungszeit“, erinnert sich Christian. „Es hat mir aber trotzdem Spaß gemacht und geschadet hat es mir auch nicht.“ Nach seiner Ausbildung musste er seinen Wehrdienst ableisten. Bei seiner Grundausbildung war er in Holland stationiert.

„Das war eine super Zeit“, schwärmt Christian noch heute. Die restlichen neun Monate war er dann bei der Fahrzeuginstandsetzung in Zeven. In einem Autohaus in Oldenburg sammelte er weiter praktische Erfahrung, bevor er 1994 zur Delmenhorster Firma Magnus Müller wechselte. Hier arbeitete auch sein Vater Reinhard. Neben der Arbeit in der Werkstatt wurde Christian auch als Lkw-Fahrer eingesetzt. Das bedeutete, dass er oft die ganze Woche deutschlandweit unterwegs war. Trotzdem fand er genügend Zeit, in Abendkursen seinen Kfz-Meister zu machen.

Sein Vater verließ 1995 die Firma Magnus Müller und gründete 1996 seine eigene Autoreparaturwerkstatt am jetzigen Standort in Hoykenkamp. Da die Arbeit immer mehr wurde, verließ auch Christian die Firma, um seinen Vater in der Werkstatt zu unterstützen – und das ist mittlerweile 20 Jahre her. Noch heute schwärmt er von der tollen Zusammenarbeit von Vater und Sohn: „Es gab ganz selten Reibereien. Es war zwischen uns wie in einer guten Ehe.“

2008 stellte Christian seinen ersten Auszubildenden ein, der übrigens heute noch als Geselle im Familienunternehmen Kruse arbeitet. Neben diesem Gesellen arbeiten noch zwei Auszubildende und ein Kfz-Meister in seinem Team. Seit dem Bau der neuen Halle 2012 hat Christian die alleinige Verantwortung für das Unternehmen. Das hat zur Folge, dass er mittlerweile mehr Zeit im Büro verbringt als in der Werkstatt.

Diesen Umstand bedauert Christian sehr, denn zu gerne legt er selbst Hand bei den Autos an. Die Ausbildung junger Nachwuchskräfte in seinem Beruf ist ihm sehr wichtig und hier engagiert er sich ehrenamtlich als Vorsitzender des Prüfungsausschusses. Mit einigen Kollegen ist er verantwortlich für die Gesellenprüfungen junger Kfz-Mechatroniker. Eine große Unterstützung in der Buchhaltung war jahrelang seine Mutter Rita und jetzt ist es seine Ehefrau Corinna. Obwohl beide keine aktiven Handballer sind und waren, lernten sich Christian und seine Corinna auf einer Handballfete in Bookholzberg kennen. Es funkte zwischen den beiden sofort und so heftig, dass Corinna schon eine Woche später bei Christian einzog. Zwei Jahre später wurde geheiratet und aus dem Partyraum in seiner Junggesellenwohnung wurden die Kinderzimmer für Mattis (14) und Jette (11).

Mittlerweile ist die junge Familie Kruse aus der Oberwohnung des Elternhauses ausgezogen hat gleich nebenan ein Eigenheim. Während Tochter Jette eine Vorliebe fürs Reiten hat, ist Sohn Mattis auf dem besten Weg, die dritte Generation im Familienunternehmen zu werden. Einmal im Jahr kehrt Christian seiner Firma den Rücken und macht mit seiner Familie Urlaub. Gerne Städtereisen, Hundeurlaub mit Hündin Lotte auf Texel oder sie erkunden mit einem Kreuzfahrtschiff fremde Länder. „Wir reisen sehr gerne, aber nach einiger Zeit bin auch wieder froh, wenn ich wieder in meiner Autowerkstatt bin“, gesteht Christian Kruse.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Einen eher ungewöhnlichen „Firmenausflug“ macht das Team der Autowerkstatt in regelmäßigen Abständen. Dann fahren sie zum Blutspenden zum Roten Kreuz nach Bookholzberg. Eine vorbildliche Aktion!

Christian Kruse,Kfz-Meister aus Hoykenkamp

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.