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Carl Wilhelm Meyer in Oldenburg
Traditionsunternehmen CWM beantragt Insolvenz

Hatten /Wardenburg /Oldenburg In Oldenburg müssen Hotelgäste, dank der dort zum Jahreswechsel eingeführten Bettensteuer, neuerdings lange Formulare ausfüllen und – wenn sie privat unterwegs sind – auf den üblichen Preis draufzahlen. Währenddessen können sich die Hoteliers im Landkreis weiter darauf konzentrieren, ihre Gäste einfach nur freundlich zu begrüßen.

In der Stadt fürchten deshalb Hotels und Privatvermieter, dass ihre Gäste ins Umland abwandern – die Hotelbesitzer außerhalb der Stadtgrenze können sich also die Hände reiben, oder? Noch ist der Ansturm nicht losgebrochen, Hoteliers in Hatten und Wardenburg rechnen aber mit verstärkten Nachfragen.

Jens Wintermann vom Hotel Meiners in Hatterwüsting hat noch keine Bettensteuer-Flüchtlinge aufgenommen. „Die Gäste müssen das in Oldenburg einmal erlebt haben, dann sehen sie sich für den nächsten Besuch nach einer Alternative um“, glaubt er. Auch Gerd Stolle vom Hotel und Gasthof „Zur Mühle“ in Munderloh hat noch von keinem Gast gehört, dass er vor der Matratzen-Maut geflüchtet sei. „Wir fragen aber auch nicht danach“, sagt er.

Stolle glaubt allerdings, dass die Stadt Hotelgäste an das Umland verlieren wird: „Wenn es nach unserem Geschäft geht, könnte die Stadt Oldenburg die Steuer noch verdoppeln“, scherzt er. Auch im Gasthof Ripken in Streekermoor sind die Steuerflüchtlinge bisher nicht angekommen, sagt Kai Ripken. Angesichts der Formulare und des Aufwandes, den Hotelgäste in Oldenburg jetzt treiben müssen, würde er sich, wie er sagt, aber schnell nach anderen Übernachtungsmöglichkeiten umsehen.

Im Hotel „Zum Deutschen Hause“ in Kirchhatten glaubt Eckard Schnitker nicht an eine deutliche Zunahme der Gästezahlen: „Es gab schon immer Gäste, die die günstigeren Preise im Umland gesucht haben, die wird es auch weiter geben. Wer bis jetzt in der Stadt Oldenburg gewohnt hat, wird das auch weiter tun, weil er die Nähe zur Stadt sucht.“ Sinnvoll findet Schnitker die Steuer nicht: „Die Hotels werden die Steuer auf die Gäste umlegen, ich halte das für eine gefährliche Entwicklung.“

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Ähnlich sieht man das auch im Hotel „Wardenburger Hof“ in Wardenburg. Stefan Fischbeck berichtet von einigen Anrufern, die wegen der Bettensteuer nach Übernachtungsmöglichkeiten außerhalb der Stadt gesucht haben. Er glaubt, die Gäste-Flucht aus Oldenburg werde sich in den kommenden Wochen verstärkt bemerkbar machen. „Mit der Steuer werden die Gäste bestraft, die Oldenburg doch eigentlich haben will“, sagt er.

Das sieht auch Horst Rosenow so, bei der Gemeinde Hatten für den Tourismus zuständig. Er glaubt, dass die Stadt Oldenburg mit der Bettensteuer einen Fehler macht. „Wir haben unsere Gäste jedenfalls gerne hier und werden weiterhin nett zu ihnen sein“, sagt er. Durchaus vorstellbar findet Rosenow die Möglichkeit, künftig aktiv damit zu werben, dass Hotelgäste in der Gemeinde Hatten keine Bettensteuer zahlen und keine komplizierten Formulare ausfüllen müssen.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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