Hohenböken Unpünktliche und gestrichene Züge sind nicht ihr Thema – trotzdem sieht Ursula Mitschker bei der Deutschen Post allerlei Parallelen zur Deutsche Bahn: „In beiden Bereichen geht es um die Infrastruktur und es ist eigentlich Verlässlichkeit gefordert“, sagt die Hohenbökenerin. Doch verlässlich sei weder das eine noch das andere Unternehmen.

Seit Sommer vorigen Jahres ist das Vertrauen von Ursula Mitschker in die Deutsche Post, die neben anderen Dienstleistern Briefsendungen im Ganderkeseer Gemeindegebiet zustellt, stetig gesunken. „Ich hatte eine Einladung zu einer Vernissage im Briefkasten, die am selben Tag bereits stattgefunden hatte“, berichtet die Hohenbökenerin. Ein Blick auf den Poststempel offenbarte: Die Karte (aus Ganderkesee) war über eine Woche unterwegs gewesen. Doch das war nur der Anfang.

Bekannte Problematik

Immer wieder sei im Laufe des Sommers 2018 tagelang keine Post gekommen, wie Ursula Mitschker berichtet. Auch in den Sozialen Netzwerken hatten in dieser Zeit zahlreiche Bürger aus Bookholzberg und Hohenböken ihrem Ärger über die unregelmäßige Postzustellung Luft gemacht. Gegenüber der NWZ führte das Unternehmen damals Personalmangel als Grund an, der aber zum Herbst hin behoben werde, wie es hieß.

Tatsächlich habe es im Herbst weniger Auffälligkeiten gegeben, bestätigt Ursula Mitschker. Doch das war nicht von Dauer: „In der Vorweihnachtszeit nahmen die Ausfälle wieder zu“, so die Anliegerin der Huder Straße. Zugespitzt habe sich die Situation in der Woche vor Weihnachten. „Am Montag und Dienstag blieb der Briefkasten leer, Mittwoch quoll er über und den Rest der Woche wurde wieder gar nicht zugestellt“, berichtet Ursula Mitschker. Ein Anruf bei der Beschwerdestelle der Post lieferte keine Erklärung: „Man sagte mir, man werde dem nachgehen.“

Falsche Adressaten

Am 24. Dezember erschien der Postbote schließlich wieder – mit vollen Händen: 19 Sendungen fand Ursula Mitschker in ihrem Briefkasten. Teils waren die Briefe sechs Tage unterwegs gewesen. Und nicht nur das: „Zwei Briefe waren gar nicht an mich adressiert, sondern an meinen Nachbarn“, erzählt Ursula Mitschker.

Neues Jahr, neues Glück? – Fehlanzeige! Am 3. Januar fand die Hohenbökenerin sechs Umschläge in ihrem Briefkasten – kein einziger davon für sie. Adressiert waren die Briefe an drei verschiedene Empfänger, alle Bewohner eines Hofes auf der anderen Seite der Huder Straße.

Post entschuldigt sich

Bei der Deutschen Post zeigt man sich nur leicht zerknirscht über das jüngste Vorkommnis: „Wir bedauern, dass es zu Falschzustellungen gekommen sein soll, und wenn wir tatsächlich der Lieferant waren, bitten wir im Nachhinein, dieses zu entschuldigen“, teilt Maike Wintjen aus der Pressestelle der Deutschen Post in Hamburg auf Nachfrage der NWZ mit. Eine Prüfung des Einzelfalls sei allerdings nicht möglich, ohne die betreffenden Briefe gesehen zu haben.

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Bezüglich der Verzögerungen verweist die Post-Sprecherin auf das enorme Paketaufkommen in der Vorweihnachtszeit. „An Spitzentagen (...) hatten wir (...) bis zu elf Millionen Pakete in unserem Logistiknetz!“, so Maike Wintjen. Aufgrund dieser Mengen seien Entlastungbezirke eingerichtet worden. Dennoch könne es zu „leichten Verzögerungen in der Laufzeit bei den Briefsendungen gekommen sein“. Maike Wintjen merkt zudem an, dass „im Preis begünstigte Sendungen auch eine längere Laufzeit“ hätten. Dass Personalnot hinter den neuerlichen Schwierigkeiten stehen könnte, dementiert die Post-Sprecherin: „Wir haben ausreichend Personal an Bord.“

Ursula Mitschker hat sich derweil selbst als Zustellerin betätigt: Die Sendungen für ihre Nachbarn hat sie persönlich verteilt – sicher ist sicher.  Die Kunden-Hotline der Deutschen Post ist unter Telefon  0228/4 33 31 12 sowie über die gängigen Social-Media-Kanäle zu erreichen.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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