GANDERKESEE Die Aufgabe hat die 65-Jährige von ihrer Schwiegermutter übernommen. Nach der jetzigen Session will sie aufhören.

Von Hergen Schelling GANDERKESEE - Wie lange sie schon als „Hofschneiderin“ beim Fasching dabei ist, merkte Bärbel Lüdeke dieser Tage, als sie Maß nahm für die Kostüme von Viktoria Lübbe und Christoph Stolle: Der Mutter der Kinderprinzessin, Petra Hubmann-Lübbe, hatte die 65-Jährige ebenso schon das Kostüm auf den Leib geschneidert wie Olaf Stolle, dem Vater des Kinderprinzen. Und an die Großeltern der jetzigen Jung-Majestäten, Ute Stolle und Hans-H. Hubmann, legte Lüdeke auch schon Hand an, als die in der Prinzen-Rolle agierten . . .

Mehr als 30 Jahre „Hofschneiderin“ – die Kleider und Röcke, Jacken und Hosen, die Kilometer an Stoffen und Tüll hat Bärbel Lüdeke nie gezählt. Sie kann (oder will) sich auch gar nicht an ein Lieblingskostüm erinnern oder an ein besonders arbeitsintensives. „Jedes Jahr war etwas Besonderes“, sagt sie, „jedes Prinzenpaar ist auf seine Weise toll gewesen.“

Die jetzigen Kinderprinzen sollen allerdings die letzten Faschingsmajestäten sein, die Bärbel Lüdeke einkleidet. „Ich werde aufhören“, kündigt die Hofschneiderin an, die längst ehrenvoll in den GGV-Ältestenrat aufgenommen wurde. „Die Arbeit wird mir einfach zu viel.“ Jedes Jahr nach Weihnachten fing sie an, nahm Maß bei Prinzessinnen und Prinzen – und dann wurde „stramm durchgearbeitet“, beschreibt sie die ungezählten Stunden in ihrer Nähstube. Ursel Kramer hat ihr jahrelang zur Seite gestanden – das ist jetzt auch vorbei.

In die Rolle der Hofschneiderin hat Bärbel Lüdeke praktisch hineingeheiratet: Sie übernahm die Aufgabe von ihrer Schwiegermutter Luise Lüdeke. Bei Adeline Fink in der Mühlenstraße hatte sie ihr Handwerk gelernt, und mit dem Fasching war sie von jeher eng verbunden – ideale Voraussetzungen also, um für die Majestäten stets das passende Outfit zu finden.

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Und nicht nur für die: Auch den „Ringtauben“, bei denen sie lange mitmischte, hat Bärbel Lüdeke meistens die Kostüme für die Büttenabende genäht. Die Ex-Prinzenpaare kleidet sie ebenfalls ein – „die brauchen alle fünf Jahre neue Sachen“. Diese Arbeit kann sie allerdings im Sommer erledigen – „das muss Ende Oktober fertig sein“. Denn nach dem 11.11. musste sie sich stets ganz auf Prinzenpaare und Ehrendamen konzentrieren – die Zeit bis zum ersten Büttenabend ging oft schneller dahin, als ihr lieb sein konnte.

Oft hatten die Paare eigene Vorstellungen, wie sie angezogen sein wollten, aber für Tipps und Vorschläge der Hofschneiderin waren sie alle dankbar. „Bärbel, Du machst das schon“ – diesen Satz hörte Lüdeke häufig. Wichtig war nur immer, dass niemand vor dem ersten Büttenabend herausbekam, in welcher Kostümierung die Paare erscheinen würden. Es gab (und es gibt) in Ganderkesee kaum größere Geheimnisse.

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