Hengsterholz „Wir sind restlos glücklich hier“, sagt Jürgen Stöver, Vorsitzender des Imkervereins Delmenhorst, zufrieden. Auf dem ein Hektar großen Gelände an der ländlichen Straße Riehe stehen viele Bäume und Büsche – und natürlich Bienenvölker.

Besonders freuen sich die Imker über ihr Vereinsheim. „Dass wir das haben, ist ein Geschenk“, findet Franz Winzinger, Pressewart im Verein. Ein solches Gebäude sei alles andere als selbstverständlich.

Viel bewegt am Standort

„Das war nicht einfach, den neuen Ort im Verein durchzusetzen“, erinnert sich Stöver. 20 Jahre ist das her. Er selber kommt aus Grüppenbühren, aber viele Mitglieder von außerhalb zeigten kein Interesse, weit aufs Land zu fahren. „Wir haben gesabbelt wie die Pastoren“, schmunzelt der 67-Jährige.

Das Grundstück, ehemals im Besitz von Preußen Elektra, übernahm der Verein von der Schutzgemeinschaft Klein Henstedter Heide. Stöver: „Die wollten Leute, die sich dem Naturschutz verbunden fühlen.“ Mit der Arbeit der letzten Jahre zeigt er sich zufrieden. „Wir haben hier viel bewegt.“

Imkerei heute als Hobby

Die Grenze zu Harpstedt liegt direkt nebenan, betrifft die Imker nur in Ausnahmefällen. „Die Sperrzonen, die beim Befall von Faulbrut errichtet werden, sind manchmal nicht ganz einfach“, erklärt Stöver, weil sich mehrere Veterinäre koordinieren müssen. Mit dem Zuständigen für Ganderkesee und umzu habe man aber ein gutes Einvernehmen.

Große Probleme mit der Faulbrut kenne der Verein nicht. „Wir schicken Futterkranzproben zur Untersuchung ein“, so der Vorsitzende. Das koste zwar Geld, sei einigen Imkern aber die Sicherheit wert. „Der Verlust durch Befall ist hoch“, ergänzt Winzinger, „denn es gehen dann die investierte Zeit, der Aufwand, das Bienenvolk und der Honig verloren.“

Nachwuchs kein Problem

Telefon Anders, als sich Laien vielleicht vorstellen, ist Honig allerdings nicht der Hauptgrund für die Imkerei – nicht mehr. „Es hat sich total geändert“, sagt Winzinger. „Heute ist das mehr ein Hobby. Mit Honig kann man nicht reich werden.“ Vor 50 Jahren sei das noch anders gewesen.

Über mangelndes Interesse kann sich der Imkerverein, der rund 100 Mitglieder zählt, derzeit nicht beklagen. „Wir haben zwei Lehrgänge in den vergangenen Jahren durchgeführt, einige Teilnehmer sind bei uns geblieben“, freut sich Jürgen Stöver. Dank des Vereinsheims seien gesellige Runden kein Problem. „Ab und zu gibt es hier dann eine Tasse Kaffee und einen Bienenstich“, lacht er.

Diese NWZ-Serie stellt die Bewohner an den äußersten Punkten der Gemeinde im Norden, Süden, Osten und Westen vor.


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Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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