Heide Schweres Geschütz fährt die Bürgerinitiative Heide-Schönemoor gegen CDU und SPD im Gemeinderat auf: Die großen Fraktionen, die das geplante Baugebiet am Heuweg in Heide befürworten, „pflastern die Gemeinde im Interesse der Wirtschaft zu“, empörte sich am Mittwochabend Martin Faqeri in einem Pressegespräch. Und mehr noch: „Sie sorgen für sozialen Unfrieden!“

Der Ärger ist nach wie vor groß bei den Kritikern des geplanten Baugebietes „Südlich Heuweg“ und er richtet sich vor allem gegen die Mehrheitsfraktionen und die Gemeindeverwaltung, denen sie vorwerfen, gegen den Willen der Bürger und im Schnellverfahren zu planen und dabei wichtige Aspekte außer Acht zu lassen.

Vernachlässigt wird aus Sicht der Bürgerinitiative insbesondere das Mitwachsen der Infrastruktur. Schulbauten, Kita-Plätze, ärztliche Versorgung und öffentlicher Nahverkehr: „Bei all dem hinken wir hinterher“, beklagte Inga Wilkens. Warum diese Belange der Ortsentwicklung nicht bedacht würden, bevor noch ein Baugebiet erschlossen werde, fragte Stephan Wilkens. Das Ortsentwicklungskonzept sei zuletzt 2003 aktualisiert worden, so Wilkens, „das muss man heute ganz neu betrachten.“

Dass auf der 9500 Quadratmeter großen Fläche auch ein gewisser Anteil an sozialem Wohnungsbau realisiert werden soll, hält die Initiative für bedenklich: Gerade Menschen mit kleinem Budget seien auf eine entsprechende Infrastruktur angewiesen, besonders auf öffentliche Verkehrsmittel.

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Das Baugebiet wäre für seine Kritiker auch ein schwerer Eingriff in ein Naherholungsgebiet: „Hier gehen die Leute spazieren und freuen sich an den schönen alten Eichen“, gab Inga Wilkens zu bedenken. Von den Eichen müssten einige weichen, wenn die Baufahrzeuge anrücken, befürchten die Vertreter der Bürgerinitiative. Auch weil der Heuweg, derzeit eine Pflasterstraße in schlechtem Zustand, sicher ausgebaut werde. Dazu äußere sich die Verwaltung aber nicht. „Hier wird mit Informationen hinterm Berg gehalten“, glaubt Martin Faqeri. „Wir Bürger werden nicht ernst genommen.“

Nicht von allen: Grüne und Linke nimmt die Initiative von ihrer Kritik aus. Beide hätten sich eingehend vor Ort informiert. Auch UWG und Freie Wähler hätten durchklingen lassen, dass sie das Baugebiet ablehnen, sagte Inga Wilkens. CDU, SPD und auch Bürgermeisterin Alice Gerken indes hätten jüngst mit ihrem Ja zum Baugebiet in Altengraben bewiesen, dass sie die Vorschläge der Bürger ignorierten. Für Inga Wilkens ist das „Gutsherren-Art“.

Hergen Schelling Leitung / Redaktion für den Landkreis Oldenburg
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