Harpstedt Den Schlüsselbund verloren? Das Fahrrad ist nicht mehr da, wo man es abgestellt hatte? Situationen wie diese kennen die meisten. Umso schöner, wenn es ehrliche Finder gibt, die die Dinge beim Fundbüro abgeben. „In Harpstedt ist das Fundbüro beim Einwohnermeldeamt angegliedert“, erklärt Tanja Kuhn von der Samtgemeindeverwaltung.

Finder mit Recht

So funktioniert das Online-Fundbüro:

Das Online-Fundbüro kann über die Internet-Seite der Samtgemeinde Harpstedt aufgerufen werden oder über www.bit.ly/Online-Fundbüro. Jedes Fundbüro erfasst abgegebene Gegenstände – und sie laufen automatisch im Online-Fundbüro ein.

Wer etwas verloren hat, kann eingeben, wo der Gegenstand verloren wurde und in einem Umkreis von 100 Kilometern des „Verlust-Ortes“ danach suchen. „Es kann ja sein, dass jemand in Harpstedt eine Sache gefunden hat, sie aber beispielsweise in Syke abgegeben hat. Da könnten wir vor Ort in Harpstedt nicht weiterhelfen, online hat man aber die Chance, den Gegenstand wiederzufinden“, erklärt Tanja Kuhn vom Meldeamt.

Die Suche kann online eingegrenzt werden, beispielsweise können Modell oder Farbe bei einem Fahrrad angegeben werden, oder die Marke eines Schlüssels. „So hat man bessere Chancen, seinen verlorenen Gegenstand wiederzufinden“, sagt Kuhn und empfiehlt, in regelmäßigen Abständen online zu suchen. Denn auch hier gilt: Erst einmal müssen die Gegenstände gefunden und auch abgegeben werden.

Im Amtshof werden die Fundsachen aufbewahrt – bis zu sechs Monate lang. „In der Zeit warten wir, ob jemand Anspruch auf die Sache erhebt“, sagt Kuhn. Meldet sich der Verlierer der Sache nicht, hat der Finder das Recht auf den Gegenstand. „Außer, er hat zuvor schon erklärt, dass er kein Interesse an der Sache hat.“ In Harpstedt könne man die gefundenen Gegenstände oft wieder zurückvermitteln. „Deswegen haben wir auch ganz selten Versteigerungen“, meint die Mitarbeiterin des Meldeamtes. Ohnehin gibt es Dinge, die nicht versteigert werden. Schlüssel zum Beispiel, oder Handys. „Das geht aus Datenschutzgründen natürlich nicht.“

Zwölf Fundsachen sind bis Anfang August erst bei der Samtgemeindeverwaltung abgegeben worden. „Im letzten Jahr hatten wir insgesamt 40, daher sind zwölf schon wenig. Man merkt auch hier die Auswirkungen von Corona“, sagt Kuhn. Viele Veranstaltungen, bei denen oft Gegenstände verloren werden, mussten abgesagt werden.

Ganz vorne in der Liste der verlorenen Sachen landen in Harpstedt Fahrräder. „Die sind oft in einem schlechten Zustand“, weiß Kuhn. Aber auch Schlüssel, Handys oder Brillen werden schon mal im Fundbüro abgegeben.

Detektivisch geworden

Nach einer Feier im Koems-Saal fand auch ein Ehering den Weg in den Amtshof. „Da sind wir detektivisch tätig geworden und haben nach Initialen geschaut – und dann geprüft, ob sie zu einem Ehepaar passen, das in Harpstedt getraut wurde“, erzählt sie. Schließlich sei bei solchen Verlusten der emotionale Wert enorm hoch. Das Kurioseste, das Kuhn mal unterkam: „Ein Gebiss, das auf einer Parkbank gefunden wurde“, erinnert sie sich.  Wer einen Gegenstand verloren hat, kann sich ans Fundbüro wenden (Telefon  04244/8226 oder Telefon  04244/8227). „Es kann natürlich sein, dass es dauert, bis der Gegenstand bei uns ankommt, wenn er denn überhaupt bei uns landet. Erst einmal muss er gefunden werden“, sagt Kuhn.

Daher empfiehlt sie, das Online-Fundbüro (siehe Infobox) zu nutzen. „Da kann man regelmäßig nachschauen – und findet auch Gegenstände wieder, die vielleicht in einem anderen Fundbüro abgegeben wurden“, erklärt die Samtgemeinde-Mitarbeiterin.

Gloria Balthazaar Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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