Harpstedt Eine solidarische Landwirtschaft (Solawi) in Harpstedt aufbauen, mit Produkten, die in der Samtgemeinde erzeugt wurden – das ist das Ziel der Solawi-Gruppe, die im vergangenen Jahr aus der Harpstedter Klima AG hervorgegangen ist. Das Konzept: Eine Gruppe von Menschen leistet einen monatlichen Beitrag zur Deckung der Kosten eines Hofes und erhält im Gegenzug feste Ernteanteile.

„Das hat sich ein bisschen schwierig gestaltet“, denkt Irmtraud Keppler an die Anfänge der Gruppe zurück. Lange sah es so aus, als würde das Vorhaben, eine solidarische Landwirtschaft mit Produkten aus der Samtgemeinde aufzubauen, im Sand verlaufen. Es sei natürlich ein großes Umdenken für einen „traditionellen“ Landwirt, zeigt sich die Harpstedterin verständnisvoll dafür, dass sich zunächst niemand fand, der das Projekt unterstützen wollte.

Wie läuft das Projekt in Harpstedt bisher?

Ohne Erzeuger aus der Samtgemeinde entschieden die Mitglieder der Harpstedter Gruppe, bei der Solawi Hollerhof in Donstorf bei Diepholz einzusteigen. Bei einem Vortrag sowie einem Besuch auf dem Hollerhof hatten sie sich zuvor über das Konzept informiert.

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Seit April bringen die Mitglieder der Gruppe acht Ernteanteile von Donstorf nach Harpstedt. „Es gibt mehrere Haushalte, die sich ihre Kiste teilen“, erzählt Keppler. Sie selbst teilt ihren Ernteanteil mit zwei weiteren Personen. „Es ist jedes Mal ein bisschen was anders dabei, auch Sachen, die man normalerweise nicht kaufen würde.“

Die bisherige Lösung sei aber ein Kompromiss, weil sich in Harpstedt zunächst kein Landwirt gefunden habe, meint Keppler. Schließlich müssen so in jeder Woche fast 80 Kilometer gefahren werden, um die Kisten nach Harpstedt zu bringen. Vieles von dem Gedanken einer solidarischen Landwirtschaft gehe so verloren.

Bei der Solawi des Hollerhofs gebe es zum Beispiel auch die Möglichkeit, den Hof zu besuchen, seinen Ernteanteil selbst dort abzuholen und ehrenamtlich bei der Ernte oder Feldarbeit zu helfen. Sie finde es schade, dass zwischen dem Hof und der Harpstedter Gruppe nur wenig Kontakt bestehe, meint die Harpstedterin Keppler.

Was hat sich seit dem Start der Solawi getan?

„Wir hatten eigentlich fast abgehakt, dass es in Harpstedt noch etwas wird“, sagt die Keppler. Die Lage änderte sich aber, als Rene Dolling sich zu der Gruppe gesellte und Interesse daran bekundete, das Vorhaben zu unterstützen. Der Landwirt aus Beckstedt produziere Bio-Eier und befinde sich bereits seit einigen Jahren mit der Gemüseproduktion im Aufbau, erzählt Keppler.

Was muss in Harpstedt als nächstes passieren?

„Jetzt müssen wir uns entscheiden: Was ist unser Weg?“, sagt sie. Am Beispiel verschiedener solidarischer Landwirtschaften zeige sich, dass es unterschiedliche Organisationsformen gebe. Für die Mitglieder der Gruppe in Harpstedt gelte es nun zu entscheiden, welche für sie die richtige sei. Es müsse eine Vertragsform gefunden und außerdem ein Verein gegründet werden, zählt Keppler weiter auf. „Da müssen wir für die Gruppe noch ein paar Leute finden, die damit Erfahrung haben.“ „Es hängt auch davon ab, was Herr Dolling will“, betont sie. Als Erzeuger sei der Landwirt schließlich das „wichtigste Standbein“ des Vorhabens.

Jana Wollenberg Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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