Harpstedt Das allgemeine Interesse an Fragen des Ackerbaus steigt. Das war eines der Ergebnis beim 3. Feldtag in Harpstedt. Waren zur Premiere vor zwei Jahren noch 120 Interessierte gekommen, so wurden 2018 bereits 150 gezählt. Am sonnigen Dienstag dieser Woche schauten sich nun 230 Besucher die Versuche auf einem Acker der Familie Eiskamp am Simmerhauser Weg an, 180 davon mit landwirtschaftlichem Hintergrund, knappe 50 ohne.

Als Veranstalter waren neben den Firmen Meiners-Saaten, Agravis und Bayer erstmals die Amazonen-Werke mit im Boot. Die Besucher seien vornehmlich aus dem Weser-Ems-Raum und dem Elbe-Weser-Raum gekommen, berichtete Anbauberater Wolfgang Jerebic (Bayer).

Am Vormittag waren zunächst die Interessenten aus der Landwirtschaft an der Reihe, neben Landwirten zum Beispiel Berater sowie Mitarbeiter von Lohnunternehmen und Landhandel. Ihr vordringliches Interesse, so sagte Jerebic, galt den Düngungsversuchen und den Versuchen der chemischen Unkrautbekämpfung im Mais.

„Wir haben bei der Unkrautbekämpfung drei Termine gewählt, neben den beiden üblichen im Zwei-Blatt-Stadium und im Vier-bis-fünf-Blatt-Stadium auch einen bewusst späten“, berichtete Jerebic. Und das Ergebnis? „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, empfahl der Anbauberater. Beim späten Termin seien Pflanzen von Unkraut überwuchert gewesen.

Ein anderer Schwerpunkt am Vormittag: Alternativen zum Mais. Hier stellten die Firmenvertreter zum Beispiel Versuche mit Sorghum oder Mais mit Bohne vor. Und: Auf einem angrenzenden Acker baut die Familie Eiskamp „Durchwachsene Silphie“ an.

Abends um 19 Uhr wurden Nichtlandwirte über das Versuchsgelände mit seinen etwa 100 Parzellen geführt. Hier waren die Fragen naturgemäß andere. So sprach eine Teilnehmerin die Abdrift beim Spritzen bei Wind an, die womöglich auf Unbeteiligte zukomme. Hierzu sagte Jerebic, dass es für die Arbeit auf dem Feld Vorgaben gebe, bis zu welcher Windgeschwindigkeit gespritzt werden dürfe und ab wann nicht mehr. Abdrift sei immer negativ, auch für den Landwirt. Deshalb werde teils in der oft windärmeren Nacht gearbeitet.

Jerebic und Axel Marquardt (Amazonen-Werke) stellten beispielhaft eine UX 5201-Feldspritze mit 36 Metern Arbeitsbreite vor. Sie sei mit verlustmindernden Düsen ausgestattet, arbeite GPS-gesteuert bis auf zwei Zentimeter genau. „Die Spritze weiß auch, wo ich schon gewesen bin.“

Ein paar Meter weiter ging Anbauberater Andreas Lagemann (Bayer) auf Versuche mit Soja ein. Hier gebe es eine typische Symbiose: Die Pflanze stelle die Feuchtigkeit zur Verfügung, Knöllchen-Bakterien an der Wurzel lieferten den Luftstickstoff, ersetzten also Mineraldünger.

In einem Fazit zeigte sich Jerebic „sehr zufrieden“ mit dem Tag. Es habe viele interessante Gespräche in lockerer Atmosphäre gegeben.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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