Hannover /Harpstedt Niedersachsens Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann hat jetzt beim Niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit der Ärztekammer Niedersachsen in Hannover das Projekt „Telepflege“ gelobt – bei dem telemedizinische Methoden zur Sicherstellung der medizinischen und pflegerischen Versorgung erprobt werden. Die Erprobung läuft in der Wesermarsch sowie im Landkreis Oldenburg – und hier bei der DRK-Gemeindeschwesternstation und beim DRK-Seniorenzentrum in Harpstedt.

Das vom Land geförderte, auf zwei Jahre angelegte Projekt der Vita Akademie Wittmund begann am 1. Mai 2017. Wie berichtet, sind der Erprobung in der Samtgemeinde Harpstedt allerdings enge Grenzen gesetzt, zumal beileibe nicht bei allen etwa 200 Patienten der Gemeindeschwesternstation ein Zugang zum Internet vorhanden ist.

Beim Digitalgipfel sei das Projekt nun erstmals öffentlich in der Landeshauptstadt vorgestellt worden, teilt Daniel Meier vom GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswissenschaft mit. Es habe großes Interesse gefunden.

Nils Holtmann, Projektleiter Fachbereich Telemedizin und Telepflege am GewiNet, beantwortete in Hannover Fragen zur Telepflege. Hilfebedürftige Senioren blieben gerne in ihrem ländlichen Zuhause, aber die Fachkräfte ziehe es immer mehr in die Ballungszentren, skizzierte Holtmann einen der Beweggründe zum Start des Projekts.

Der Fokus liege hauptsächlich auf der Primärversorgung, in der insbesondere Hilfskräfte und pflegende Angehörige am Einsatzort via elektronisch übermittelter Bilder, Töne und Daten an Pflegefachkräfte durch diese unterstützt würden. Eine Telepflegezentrale in Berne koordiniere den Einsatz. Es gehe bei dem Projekt nicht darum, menschliche Pflege durch technische Hilfsmittel zu ersetzen, sondern diese durch Assistenzsysteme zu unterstützen, betonte Holtmann.

Im Rahmen des Projektes zählt es zu den Aufgaben der GewiNet, Fragebögen zu entwickeln und die erhaltenen Daten auszuwerten. Nach dem Ende der Laufzeit des Projektes am 30. April 2019 könne die Übertragung in die Regelversorgung zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung in ländlichen Regionen beitragen, sagte Meier.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann betonte: „Unser Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in einem Flächenland wie unserem zu sichern. Dazu gehören neue digitale Möglichkeiten und innovative Ideen. Telemedizinische Angebote sind eine sinnvolle und wichtige Ergänzung, denn sie entlasten und unterstützen Ärztinnen und Ärzte, ohne sie zu ersetzen. Neue Versorgungsmodelle für ländliche Räume made in Niedersachsen.“

„Auch in Niedersachsen ist nun ab dem 1. Dezember die ausschließliche Fernbehandlung unter bestimmten Rahmenbedingungen möglich“, berichtete Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen. „Sie sollte nur eine Ergänzung, aber niemals ein Ersatz für die persönliche ärztliche Behandlung vor Ort sein.“

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