Wie im Urlaub sei es am Hasbruch, schmunzelt Tischlermeister Frank Hische (49). Er wohnt mit seiner Familie in Westerloge, direkt am Hasbruch – aber Urlaub? Das Wort gehört bei Frank Hische eher zur Kategorie „Fremdwort“.

Schon als kleiner Junge hielt sich Frank am liebsten in der Tischlerei seines Vaters auf. „Mit sechs Jahren habe ich schon eigenständig einen Vogelkasten gebaut“, erinnert er sich. Aber er beteiligte sich auch am Dorfleben in Grüppenbühren, spielte Handball beim TSV und war im Schützenverein erfolgreich. Sein Name ist auf den Siegertafeln bei den Schüler- und auch den Jugendkönigen zu finden, nur bei den Erwachsenen hat es bisher noch nicht geklappt.

In seiner knappen Freizeit ging sein Vater Friedo Hische gerne Angeln. Anfangs kam Frank noch mit, aber schnell wurde es ihm zu langweilig. Erst im Alter von 42 Jahren änderte sich seine Meinung: Nach seiner Angelprüfung ist er jetzt Mitglied im Delmenhorster Angelverein. „Heute ist es Entspannung pur“, schwärmt Frank. Allerdings wirft er nicht früh am Morgen seine Angel aus, sondern lieber abends in der Dämmerung. „Ich bin eben der spätere Typ“, schmunzelt er. Die gefangenen Fische kommen dann in die eigene Räucherei. Da das Familienoberhaupt so einige Male auf Angeltour geht, zweimal sogar in Norwegen, steht auch häufiger Fisch auf dem Speiseplan bei Hisches. „Einige Familienmitglieder haben meinen Fisch langsam satt“, gesteht Frank.

Früh stand seine Berufswahl fest: „Ich werde Tischler, wie mein Vater und mein Großvater.“ Nach dem Realschulabschluss und dem Berufsgrundbildungsjahr absolvierte er bei Kurt Oetken in Ganderkesee seine zweijährige Ausbildung. Neben der Tischlerei führt Familie Oetken auch ein Beerdigungsinstitut. „Kurt hat mich da auch mal mitgenommen, aber ich wollte lieber in der Werkstatt bleiben“, erzählt Frank.

Sowohl die theoretische, als auch die praktische Abschlussprüfung hat er mit „sehr gut“ abgeschlossen – als Jahrgangsbester im Bereich der Handwerkskammer Oldenburg. Beim anschließenden Landesentscheid errang Frank Hische noch den zweiten Platz. Gern hätte Kurt Oetken dieses Ausnahmetalent als Geselle behalten, aber er entschied sich für den elterlichen Betrieb.

Manchmal ging auch was schief: Eine Holztreppe wurde von Frank, seinem Onkel und einem Praktikanten in einem Reihenhaus mit viel Mühe eingebaut. Voller Stolz betrachteten die drei das fertige Werk, als der Hausherr kam und bemerkte: „Ich habe keine Treppe bestellt, die gehört mir nicht!“ „Wir hatten uns im Haus versehen, die Treppe war für das Haus nebenan!“, lächelt Frank heute.

In der Holzfachschule in Bad Wildungen (Hessen) machte er seinen Tischlermeister. Kaum hatte er den Meisterbrief in Händen, übergab ihm sein Vater zum 1. Januar 1992 den Betrieb. Friedo war nun bei seinem Sohn Frank angestellt. Mit seinem Vater als Rückhalt wurde die Tischlerei immer wieder vergrößert. Viele Baumaßnahmen übernahm Frank selbst. An Urlaub war nicht zu denken. Nur abends war er gern mit Freunden unterwegs. „Ich war kein Kind von Traurigkeit!“, erzählt er. Bei einer dieser Feiern lernte er Regina Gillerke kennen. 1994 wurde geheiratet und schnell vergrößerte sich die Familie mit Frauke (22), Franziska (19) und Franko (16).

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Bei Familie Hische scheint sich die Leidenschaft zum Tischlerhandwerk immer weiter zu vererben. Auch Franko war von Kindesbeinen an in der Werkstatt und macht heute eine Ausbildung zum Tischler. „Wenn Franko seine Ausbildung beendet hat, würde ich ihm den Vortritt lassen. Genau wie es mein Vater auch gemacht hat“, erzählt Frank Hische. Das aktuelle Team der Tischlerei Hische besteht „nur“ aus Frank und seinem Bruder Marc, der ebenfalls Tischlermeister ist. Ehefrau Regina ist für das Büro zuständig. Urlaub ist bei der kleinen Belegschaft und den vielen Aufträgen kaum möglich. „Wir machen gerne Kurztrips und mehr ist zeitlich nicht drin!“ Aber sie wohnen ja am Hasbruch.

Frank Hische,Tischlermeister aus Westerloge

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