Grüppenbühren Durchwachsene Erntebilanz und ordentlich Kritik an der Landwirtschaft: Bei seinem Ernteball am Samstag im Gasthaus „Zur Linde“ in Grüppenbühren hat der Landvolkverband Ganderkesee zwar auch ordentlich gefeiert, allerdings gab es zunächst weniger erfreuliche Themen zu besprechen. „Wir Landwirte werden momentan stark kritisiert und daher müssen wir alles tun, um denjenigen, die unter dieser Last zusammenbrechen, zu helfen. Und wir müssen alles tun, um die unsachliche Kritik aufzuarbeiten“ sagte Onno Osterloh, stellvertretender Vorsitzender, vor rund 270 Gästen.

Aus diesem Grund spendete das Landvolk auch 500 Euro für das landwirtschaftliche Sorgentelefon. Anne Dirksen von der Landwirtschaftskammer Oldenburg nahm den symbolischen Scheck an.

Osterloh kritisierte auch, dass sich die Kinder der Landwirte in der Schule häufig bei landwirtschaftlichen Themen rechtfertigen müssten. Angebote der Landwirte, ihren Hof zu zeigen oder aufklärend im Unterricht mitzuwirken, würden häufig ignoriert. Deshalb habe Osterloh gemeinsam mit Thale Alfs vom Landvolkverband Oldenburg und Heike Hohnholt von den Kreislandfrauen einen landwirtschaftlichen Wettbewerb für Schulklassen entwickelt. Dieses Projekt wolle das Landvolk weiter unterstützen, da es auf große Resonanz treffe.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Auch CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen ging auf die Kritik gegenüber Landwirten ein. „Nicht zuletzt ist es immer wieder die moderne Agrarwirtschaft, die sich Anfeindungen gefallen lassen muss, da sie vermeintlich alleiniger Urheber von Gefährdungen ist“, so Grotelüschen. Oft fehle es bei solchen Debatten an der notwendigen Sachlichkeit, teilweise auch an Sachverstand. Landwirte würden sich Themen wie Nitratbelastungen, Tierwohl und Nachhaltigkeit der Produktion stellen, und das nicht aufgrund der Kritik, sondern wegen des Berufsethos.

Eine durchwachsene Erntebilanz zog am Samstagabend Gerd Hanken, Aufsichtsrat des Raiffeisen-Viehverbundes. Am Jahresanfang habe es überdurchschnittlich viel Niederschlag gegeben. Zudem sei es im März und April zu kalt gewesen. Dadurch habe sich das Wintergetreide nur zögerlich entwickelt. Im April habe Nachtfrost den Raps teilweise zerstört. Der Weizen litt laut Hanken unter Blattkrankheiten. Für die Bestellung der Sommerfrüchte Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais seien die Voraussetzungen jedoch sehr gut gewesen.

Der Regen im Juni habe Höchsterträge gebracht. Da es aber auch im Juli und August stark regnete, seien die Erträge in dieser Zeit oft schlecht ausgefallen. Dafür wuchsen laut Hanken die Erträge bei Grünland und Mais. Die Maisernte sei durch die Herbststürme und die schlecht befahrbaren Böden deutlich teurer geworden. Derzeit laufe die Kartoffelernte schleppend. Gute Nachrichten gebe es hingegen bei der Preisentwicklung: Schweine- und Milchpreise hätten sich so erholt, „dass wir wieder ruhig schlafen können“.

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.