Großenkneten Mit langsamen Schritten geht der junge Landwirt Christoph Oltmann aus Großenkneten durch die Reihen in seinem Schweinestall. Täglich kontrolliert er mehrmals, ob bei den Tieren alles in Ordnung ist, ob die Lüftung und Tränken laufen. „Gerade an warmen Tagen sind Frischluft und Wasser besonders wichtig“, erklärt er. Sorgen macht ihm allerdings die sich seit einiger Zeit rasant ausbreitende Afrikanische Schweinepest (ASP) in Osteuropa. Das hochansteckende Virus ist für den Menschen zwar ungefährlich, führt aber bei Schweinen unweigerlich zum Tod.

Die Übertragung erfolgt nach Darstellung des Kreislandvolks über unterschiedliche Wege, letztlich aber besonders über Wildschweine. Diese streunen herum und nehmen sich so auch etwaigen Speiseresten und Verpackungen auf Parkplatzanlagen an, die nicht ordnungsgemäß in den Abfallbehältern entsorgt wurden. Dadurch entsteht ein hohes Risikopotenzial. „Sollten wir einen ersten Fall in Deutschland haben, werden weite Landesteile sofort für jegliche Exporte von Lebensmitteln gesperrt. Dabei wird kein Unterschied gemacht, ob in einem Wildschweinbestand oder einem landwirtschaftlichen Betrieb der Erstausbruch festgestellt wird. Der ganze Markt würde einbrechen und die Preise rapide sinken“, beschreibt Oltmann die Situation.

Dies hätte fatale wirtschaftliche Folgen für seinen landwirtschaftlichen Betrieb. Experten schätzen aktuell das Risiko des Eintrages von ASP nach Deutschland als sehr hoch ein. „Wir würden buchstäblich auf unseren Schweinen sitzen bleiben.“

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Das Landvolk Niedersachsen möchte deshalb mit einer landesweiten Aktion auf die Gefahr der drohenden Schweinepest aufmerksam machen. So werden Infoblätter in verschiedenen Sprachen an Raststätten verteilt und die Reisenden darüber informiert, keine Speisereste liegen zu lassen. „Gerade die Autobahnraststätten und Parkplätze, wo Urlauber und LKW-Fahrer Pause machen, sind besonders Quellen der Verbreitung“, heißt es auch in der Pressemitteilung des Landvolks.

„Jeder, der irgendwelche Möglichkeiten hat, hier präventiv zu unterstützen und aufzuklären, sollte sich engagieren“ fordert Oltmann seine Berufskollegen zum Mitmachen auf. Er weist darauf hin, dass es letztlich um die langfristige Existenz der bäuerlichen Familienbetriebe sowie die Arbeitsplatzsicherung in den vor- und nachgelagerten Bereichen geht. Hier wäre eine gesamte Wirtschaftskette betroffen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.