Großenkneten /Hespenbusch Mit Spaten und großen grau-blauen Säcken sind am Montagmorgen rund 15 Helfer dem schmalblättrigen südafrikanischen Greiskraut auf einer Naturschutzfläche bei Großenkneten zu Leibe gerückt. Es war ein mühseliger Arbeitseinsatz für die Helfer, die sich aus Teilnehmern des „Runden Tisches Natur“, Mitarbeitern der Gemeinde, Mitgliedern der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser (BSH) und Teilnehmern des LEB-Werkstattprojekts Wildeshausen rekrutierten.

Das Gewächs hat sich auf der rund einen Hektar großen Fläche nahe der Straße „An der Fokkenriede“ großflächig ausgebreitet. Die grünen Büschel der Pflanze, teilweise bereits mit gelber Blüte, wurden nun mit Spaten und Händen Stück für Stück ausgebuddelt und in Säcke gefüllt.

Warum der ganze Einsatz? „Das südafrikanische Greiskraut ist in allen Teilen giftig“, erklärt Antje Reimann von der BSH. Komme es ins Heu, könne es für Pferde und Rinder gefährlich werden. Auch für Insekten sei das Gewächs schädlich. So wurde dessen Gift bereits in Honig nachgewiesen und bedrohe ganze Bienenvölker.

Darüber hinaus würde es der heimischen Flora, wie dem zur Zeit blühenden Leinenkraut, Ackerstiefmütterchen, Johannis- und Habichtskraut, den Platz nehmen. Bei einer der regelmäßigen Sitzungen des „Runden Tisches Natur“ hatte Reimann die Entfernung des giftigen Kreuzkrautes auf der Wiese angeregt.

Vor mehr als hundert Jahren soll die Pflanze unbeabsichtigt über Wolllieferungen nach Deutschland gekommen sein, so Reimann. Über die Autobahnen habe sich das Gewächs immer weiter in Richtung Norden ausgebreitet. Flugsamen der Pflanze würden sich unter anderem an Lkw „festhalten“ und so weitergetragen. Es bleibe auch an den Bermen und zwischen den Mittelschutzplanken liegen und breite sich auch von dort auf weitere Brachflächen aus.

„Es ist ein ganz teuflisches Zeug“, sagt Reimann. Sie appelliert auch an Privatpersonen, das Gewächs in den heimischen Gärten zu vernichten. Nur so könne verhindert werde, dass es sich über Flugsamen weiter vermehre.

Die Gemeinde, der die Fläche kurz vor Hespenbusch gehört, hatte bereits reagiert und die Fläche abgemäht, berichtet das BSH-Mitglied. Jedoch seien die Wurzeln geblieben und die Pflanze so wiedergekommen. Der Arbeitseinsatz sei nun ein Versuch, gegen das südafrikanische Greiskraut anzukommen: „Im nächsten Jahr sehen wir, ob sich unser Einsatz ausgezahlt hat“, sagt Reimann.

Wenn nicht, gebe es wohl nur eine Alternative: Die gesamte Fläche müsste abgegiftet werden. „Dann fangen wir aber wieder bei Null an“, sagt Reimann. Das Gift würde sowohl die Tierwelt – Zauneidechsen und Kaninchen haben sich bereits angesiedelt – als auch die vielen „guten“ Pflanzen auf der Naturschutzfläche zerstören. Bis das wieder nachgewachsen sei, dauere es. Also hoffen die Helfer, dass sich ihr Einsatz lohnt und das südafrikanische Greiskraut von der Fläche endgültig verschwindet.

Renke Hemken-Wulf Friesoythe / Redaktion Münsterland
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