Großenkneten Die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen hat auf den Streit zwischen einem Landwirt und dem Umweltschützer Frank Poppe (Wildeshausen) in Großenkneten reagiert, bei dem es unter anderem um das Ausbringen von Gülle ging. Wie berichtet, erstattete Poppe gegen den Landwirt Anzeige wegen Umweltverschmutzung.

„Aktuell haben die Pflanzen auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen im Kreis Oldenburg Düngebedarf“, sagt LWK-Pressereferent Wolfgang Ehrecke. Wenn ein Landwirt den Düngebedarf seiner Kulturen – etwa Grünland, Mais oder Wintergetreide – ermittelt habe, könne er anschließend die benötigte Nährstoffmenge in Form von Wirtschaftsdünger (Tiergülle oder Gärreste aus Biogasanlagen) auf den Flächen ausbringen. Dabei müsse sich jeder Landwirt an die Vorgaben der Düngeverordnung halten, die unter anderem Höchstwerte für Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor vorschreibe. Verstöße gegen die Düngeverordnung würden mit Bußgeldern geahndet.

Düngen jetzt erlaubt

„Zurzeit sind die Böden im Kreis Oldenburg weder dauerhaft gefroren noch durch starke Niederschläge wassergesättigt, weswegen das Ausbringen von Wirtschaftsdünger nach guter fachlicher Praxis erlaubt und möglich ist“, so Ehrecke. Eine sachgemäße Düngung mit Wirtschaftsdünger sei Teil der Kreislaufwirtschaft: Nährstoffe, die etwa in Form von Mais als Tierfutter in die Ställe gewandert seien, kämen mit den Ausscheidungen der Tiere aus den Ställen wieder aufs Feld zurück und förderten die Entwicklung neuer Nutzpflanzen.

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Auch hinsichtlich des Vorwurfs von Umweltschützer Poppe, in der Region werde massenhaft Billigfleisch fürs Ausland produziert und wir müssten mit den Lasten leben, antwortete die LWK auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Frage, wie viele Tonnen Fleisch aus der Region Oldenburg exportiert werden, kann anhand von statistisch belastbaren Daten nicht beantwortet werden“, sagte Dr. Albert Hortmann-Scholten. Verfügbar seien nationale Selbstversorgungsgrade, die einen Indikator dafür liefern könnten, wie sich auf Bundesebene die Versorgungslage mit Erzeugnissen aus der Tierhaltung darstelle. Danach könne festgehalten werden, dass das Gros der Fleischprodukte für Deutschland bestimmt sei.

Laut Statistischem Jahrbuch 2018 liegt der nationale Selbstversorgungsgrad für Eier bei 70 Prozent, für Geflügelfleisch bei 99 Prozent, für Schaf- und Ziegenfleisch bei 44 Prozent, für Rind- und Kalbfleisch bei 97 Prozent, für Schweinefleisch bei 120 Prozent (mit sinkender Tendenz).

Auch Fleisch importiert

Nach Darstellung von Hortmann-Scholten würden deshalb Fleischerzeugnisse exportiert, weil es für bestimmte Produkte in Deutschland keine Nachfrage bzw. Absatzmöglichkeiten gebe. Auf der anderen Seite müssten erhebliche Einfuhren getätigt werden, weil in Deutschland zum Beispiel zu wenig magere, hochwertige Fleischerzeugnisse wie Steak, Roastbeef, Filet, Lachse und Schinken erzeugt würden.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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